Wolfsattacke im Erzgebirge: Vier Schafe verletzt

Jöhstadt - Wolfsangriff im Erzgebirge: Wieder haben ein oder mehrere Wölfe im Erzgebirge zugeschlagen! Vier Schafe wurden dabei verletzt.

In Jöhstadt wurden vier Schafe von einem Wolf verletzt.
In Jöhstadt wurden vier Schafe von einem Wolf verletzt.  © Oliver Berg/dpa

Der Vorfall ereignete sich bereits vor gut einem Monat - am 11. Oktober. Damals wurde bereits vermutet, dass es sich bei dem Angriff auf vier Schafe um ein Wolf handeln könnte. Bestätigt wurde das damals allerdings nicht.

Nun bringt ein Gutachten Klarheit: Die Nutztiere wurden von einem oder mehreren Wölfen verletzt. Das teilte die "Fachstelle Wolf" aus Nossen am Montag mit.

Jöhstadt liege im Einzugsbereich eines Wolfrudels, welches überwiegend in Tschechien leben soll.

Im April 2019 kam es zum ersten Wolfsangriff im Erzgebirge. Damals wurden sechs Schafe getötet (TAG24 berichtete).

Die jetzige Attacke auf die vier Schafe ist damit der zweite Wolfsangriff in Sachsen seit der Rückkehr des Wolfes.

Wie gefährlich ist der Wolf?

Könnte ein Wolf einen Menschen angreifen?
Könnte ein Wolf einen Menschen angreifen?  © Swen Pförtner/dpa

Im Jahr 2000 kam nach 150 Jahren zum ersten Mal wieder ein Wolfsrudel nach Sachsen. Mittlerweile gibt es mehrere bestätigte Wolfsrudel - vor allem in der Oberlausitz. Damit verbunden ist die Angst einiger Menschen und die Frage: Wie gefährlich ist der Wolf eigentlich?

Die gute Nachricht: Für den Menschen stellen die Raubtiere grundsätzlich keine Gefahr dar, da der Mensch bekanntermaßen nicht zur natürlichen Beute von Wölfen gehört. Selbst ausgehungerte Wölfe würden in der Regel keine Menschen angreifen.

"Wölfe verhalten sich von Natur aus vorsichtig dem Menschen gegenüber (...). Die ausgeprägte Vorsicht gegenüber potenziellen Feinden und Gefahren ist eine bewährte Überlebensstrategie des Wolfes. Meistens weichen die Wölfe aus, noch ehe wir sie bemerkt haben. Deutlich wahrscheinlicher ist im Wolfsgebiet eine zufällige Beobachtung zum Beispiel vom Auto aus, wenn ein Wolf eine Straße überquert", so die "Fachstelle Wolf" vom Landesamt für Umwelt in Sachsen.

Falls es wirklich zu einer Begegnung mit dem Tier kommen sollte, wird empfohlen sich ruhig zu verhalten und Abstand zu halten. Falls der Wolf sich nicht zurückzieht, ist lautes Sprechen oder in die Hände klatschen ein gutes Mittel um den Wolf zu vertreiben. Auf keinen Fall sollte man wegrennen. Das könnte den Jagdinstinkt des Tieres auslösen.

Schafe und andere Nutztiere stehen auf der Speisekarte von Wölfen

Elektrozäune sollen Schafe und andere Nutztiere vor Wölfen schützen. Allerdings bieten auch diese keinen hundertprozentigen Schutz.
Elektrozäune sollen Schafe und andere Nutztiere vor Wölfen schützen. Allerdings bieten auch diese keinen hundertprozentigen Schutz.  © Caroline Seidel/dpa

Auch wenn Wölfe für den Menschen ungefährlich sind - Schafe und andere Nutztiere stehen auf der Speisekarte eines Wolfes.

Ein großes Problem für die Bauern in Wolfsgebieten: Sie müssen ihre Herde mit teuren Zäunen sichern um einen Angriff zu verhindern.

Die "Fachstelle Wolf" rät den Bauern entweder zu konventionellen Zäunen oder einem Elektrozaun.

Allerdings halten diese den Wolf nicht immer auf: "Die empfohlenen Herdenschutzmaßnahmen verringern Schäden effektiv, werden aber keinen 100%igen Schutz bieten können", heißt es.

Daher fordern einige Bauern die Jagt auf Wölfe oder finanzielle Mittel vom Bund, um ihre Herden zu schützen.

Die Rückkehr des Wolfes wird also weiterhin ein Streitthema bleiben, welches nun auch im Erzgebirge zu Diskussionen führen könnte.

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