Wolf-Hund-Mischling in Thüringen abgeschossen

Ohrdruf - In Thüringen ist ein schwarzer Wolf-Hund-Mischling geschossen worden. Das weibliche Tier sei am vergangenen Freitag getötet worden, wie das Umweltministerium am Montag mitteilte.

Einer der älteren Welpen der Wölfin wurde im Naturkundemuseum in Erfurt ausgestellt.
Einer der älteren Welpen der Wölfin wurde im Naturkundemuseum in Erfurt ausgestellt.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Die Behörden gehen jetzt noch von vier weiteren Wolf-Hund-Mischlingen im Revier um den Truppenübungsplatz Ohrdruf aus. Aus Paarungen einer dort lebenden Wölfin mit einem streunenden Hund waren 2017 und 2019 zwei Würfe von Hybriden hervorgegangen. Mehrere von ihnen waren bereits zuvor aus Artenschutzgründen geschossen worden.

Um den Abschuss der weiteren Mischlingsnachkommen zu forcieren, soll am Dienstag nächster Woche eine Allgemeinverfügung in Kraft treten, wie Umweltstaatssekretär Olaf Möller am Montag bei einem Treffen mit Thüringer Jagdverbänden in Crawinkel (Ilm-Kreis) informierte.

"Dadurch ergeben sich bessere Chancen, die Hybride noch vor einem möglichen Abwandern zu erlegen", erklärte Möller laut Mitteilung. Das Umweltministerium hatte bereits im September 2019 eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Wolf-Hund-Mischlinge erwirkt.

Mit der neuen Allgemeinverfügung dürften dann die in einem 275 Quadratkilometer großen Gebiet um den Übungsplatz Ohrdruf zugelassenen Jäger die schwarz gefärbten Mischlinge bis Ende des Jahres schießen. Bislang waren dazu nur vom Ministerium beauftragte Jäger ermächtigt. Wolfsfarbene Mischlinge dürften bis Ende April getötet werden.

Über den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin selbst muss hingegen erst noch das Geraer Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren entscheiden.

Thüringens oberste Naturschutzbehörde hatte den Abschuss erlaubt, nachdem das Tier mehrfach für unüberwindbar gehaltene Herdenschutzzäune übersprungen und Schafe und Ziegen gerissen hatte. Die Umweltverbände Nabu und BUND hatten jedoch gegen den Abschuss der Wölfin geklagt.

Die Wölfin hatte im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal Mischlings-Nachwuchs bekommen.
Die Wölfin hatte im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal Mischlings-Nachwuchs bekommen.  © ---/TMUEN/dpa

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