Angst vor Inzucht: Abschuss der Wolfsmischlinge wird ausgeweitet

Ohrdruf - Seitdem die einzige fest ansässige Wölfin Thüringens im vergangenen Jahr Junge von einem Haushund bekommen hat, schlägt die Diskussion um die Wolfsmischlinge hohe Wellen.

Die Wölfin wurde im vergangenen Jahr mit ihrem ersten Wurf von einer Fotofalle fotografiert.
Die Wölfin wurde im vergangenen Jahr mit ihrem ersten Wurf von einer Fotofalle fotografiert.  ©  ---/Bundesanstalt für Immobilienaufgaben/dpa

Nun will das Umweltministerium die Jagd auf den verbliebenen Rüden ausweiten, so der MDR.

Schon vor Monaten war damit begonnen worden, die Jungen zu schießen, nachdem Versuche, sie lebend zu fangen, gescheitert waren. Derzeit scheint nur noch ein Rüde bei seiner Mutter zu leben, doch das birgt die Gefahr, dass es zur Inzucht kommt. Auch könne es sein, dass der Rüde mit seiner Schwestern, die noch in der Region sein könnten, Junge zeugt.

Um das zu verhindern, soll das Jagdgebiet nun ausgeweitet werden. Umliegenden Pächter wurden bereits informiert, sie dürfen ihren Hochsitze nicht mehr nutzen, nur Jäger, die von Ministerium beauftragt wurden, sollen hier schießen. Eine Jagdgenehmigung für den Abschuss wurde bis Ende 2019 verlängert.

Wegen des Abschusses hat das Ministerium in der Vergangenheit hunderte Anzeigen bekommen, teilweise auch persönliche Drohungen gegen Umweltministerin Anja Siegesmund.

Sie hält aber an ihrem Standpunkt fest, dass die Mischlinge die Art gefährden würden, denn die Wolfspopulation solle nicht mit Hundegenen vermischt werden.

Titelfoto: ---/Bundesanstalt für Immobilienaufgaben/dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0