USK hat entschieden: Neue "Wolfenstein"-Spiele erscheinen in Deutschland mit Hakenkreuzen!

Frankfurt am Main - Die beiden neuesten Ableger der Videospiel-Reihe "Wolfenstein" werden in Deutschland erstmals Hakenkreuze zeigen. "Youngblood" und "Cyberpilot" sollen ab dem 26. Juli auch hierzulande in ihrer internationalen Version erhältlich sein. Möglich macht dies eine Änderung der Prüfpraxis bei der USK.

Gemeinsam gegen die Nazis: Der Koop-Shooter "Wolfenstein: Youngblood" wird in Deutschland vollständig ungeschnitten erscheinen.
Gemeinsam gegen die Nazis: Der Koop-Shooter "Wolfenstein: Youngblood" wird in Deutschland vollständig ungeschnitten erscheinen.  © Bethesda

Dies gab Publisher Bethesda am heutigen Mittwoch bekannt. Demnach hat die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) sowohl für die deutschen als auch internationalen Versionen von "Youngblood" und "Cyberpilot" eine Alterskennzeichnung "ab 18" bestätigt.

Beide Fassungen seien ungeschnitten. Die internationale Variante werde lediglich in englischer Sprachausgabe angeboten. An dieser Stelle gilt zu beachten: Da es sich um eigenständige Entwicklungen handelt, ist eine Umstellung der internationalen Version auf Deutsch nicht möglich.

Das erstmals 1981 veröffentlichte "Wolfenstein" war zunächst aufgrund expliziter Gewaltdarstellung und der Verwendung von Nazi-Symbolik auf dem Index gelandet. Auch nachfolgende Titel der Spielreihe erhielten zunächst keine Freigabe. Erstmals "Wolfenstein" aus dem Jahr 2009 durfte auch in Deutschland veröffentlicht werden, jedoch ohne jegliche Nazisymbolik und mit deutlichen Einschränkungen bei der Gewaltdarstellung.

Wurden die Richtlinien in puncto Gewalt bei aktuellen Ablegern wie "Wolfenstein: The New Order" und "The New Colossus" entspannt, blieb man sich bei der Nazisymbolik treu. Von Hakenkreuzen war keine Spur. In "The New Colossus" wurde sogar Hitler das Bärtchen gestutzt, was sowohl für Gelächter als auch Entrüstung unter Videospielern hierzulande sorgte.

Im August 2018 gab die USK jedoch bekannt, dass sie ihren Umgang mit verfassungsfeindlichen Symbolen verändern und auch bei Videospielen die sogenannte Sozialadequanzklausel berücksichtigen werde. Ähnlich wie in Kinofilmen sollen künftig die verbotenen Propagandamittel gezeigt werden dürfen, wenn es "der Kunst oder der Wissenschaft, der Darstellung von Vorgängen des Zeitgeschehens oder der Geschichte" dient, hieß es damals in einem Bericht der DPA.

Im Falle von "Youngblood" und "Cyberpilot" urteilte die USK nun, dass beide Spiele "von künstlerischem Wert sind und sich klar gegen die Nazi-Ideologie wie etwa Nationalismus und Rassismus positionieren", hieß es von Bethesda.

"Youngblood" und "Cyberpilot" sollen zeitgleich am 26. Juli erscheinen, wobei es sich bei letzterem um einen VR-Ableger für PC und PS4 handelt. Der Koop-Shooter "Youngblood" wird zusätzlich für XBox One und Nintendo Switch veröffentlicht.

Anders als auf diesem Foto wird im Spiel auch Nazi-Symbolik zu sehen sein.
Anders als auf diesem Foto wird im Spiel auch Nazi-Symbolik zu sehen sein.  © Bethesda

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