Nach Attacke auf Bremer AfD-Chef: Schäuble warnt vor Instrumentalisierung

Berlin - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (76, CDU) hat vor einer Instrumentalisierung des Angriffs auf den Bremer AfD-Chef und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz (66) gewarnt.

Wolfgang Schäuble sitzt an seinem Platz im Bundestag.
Wolfgang Schäuble sitzt an seinem Platz im Bundestag.  © DPA

"Wir müssen die Debatten so führen, dass keine Eskalation von Gewalt entsteht" sagte Schäuble der "Schwäbischen Zeitung" und der "Südwestpresse". Regierung und Opposition hätten eine Verantwortung für die Demokratie, die sich auch in der Debattenkultur zeigen müsse - das werde er auch im Plenum des Bundestags ansprechen.

Grundsätzlich sei Streit in der Politik aber "nichts Negatives, sondern die Kehrseite von Freiheit." Worte könnten aber "wie eine Lunte wirken", sagte er mit Blick auf die Diskussionen über die Umstände der Attacke auf Magnitz.

Auf die Frage, ob es sich um einen Angriff auf den Rechtsstaat handele, sagte er: "Es war ein Angriff auf einen Abgeordneten." Die Aufklärung sei Sache der Strafbehörden.

Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen gefährlicher Körperverletzung. Das sieht die AfD etwas anders. Die Partei wertet die Attacke als Mordversuch.

Videoaufnahmen des Vorfalls vom Montagabend zeigen, wie Magnitz von einem Mann mit Kapuze von hinten umgerannt und dabei mit dem Ellenbogen offenbar am Kopf getroffen wird. Magnitz, der beide Hände in den Manteltaschen hat, stürzt dabei zu Boden und schlägt mit dem Kopf auf. Danach ist zu sehen, wie die Tatverdächtigen flüchten.

AfD-Vertreter hatten von einer Attacke mit einem Kantholz und Tritten gegen den am Boden liegenden Magnitz gesprochen (TAG24 berichtete).

Frank Magnits zeigt sich nach der Attacke im Bremer AfD-Büro.
Frank Magnits zeigt sich nach der Attacke im Bremer AfD-Büro.  © DPA

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