Bohrungen beginnen: Kommt jetzt endlich der Wolfshügelturm zurück?

Dresden - Der Wolfshügelturm in der Heide: Vor dem Krieg galt die Aussicht auf Dresden als eine der schönsten der Stadt.

Kämpft darum, dass der Wolfshügelturm wieder Aussichtsturm wird: SPD-Stadträtin Kristin Sturm (33).
Kämpft darum, dass der Wolfshügelturm wieder Aussichtsturm wird: SPD-Stadträtin Kristin Sturm (33).  © Eric Münch

Seit einem Jahr kämpft ein Verein für den Wiederaufbau des Erlwein-Baus, von dem nur noch der Sockel steht. Jetzt fanden erste Probebohrungen statt. So kann die Rettung gelingen.

Aktuell entsteht am Institut für Massivbau der TU Dresden eine Diplomarbeit zur Rettung des Turmes. "Konkret fanden Kernbohrung zur Ermittlung der Wandstärken des Sockels statt", so der betreuende Bauingenieur Sebastian Wilhelm (32).

Mit Haftzugprüfungen wird die Betonqualität ermittelt, weitere Materialparameter werden bestimmt. "Am Ende wird so geklärt, ob der Sockel verstärkt werden kann. Wir legen die Grundlagen für den Wiederaufbau", so Wilhelm weiter.

Für den Wolfshügelturmverein ein großer Gewinn. "Wir haben bereits 10 000 Euro an Spenden. Das Geld fließt in den Wiederaufbau. Alles was bisher geleistet wird, erfolgt ehrenamtlich", so die SPD-Stadträtin und Vereins-Vize Kristin Sturm (33).

Eröffnung im Idealfall schon in neun Jahren möglich

Dieser Bohrkern soll helfen, die Stabilität des Sockels zu ermitteln.
Dieser Bohrkern soll helfen, die Stabilität des Sockels zu ermitteln.  © Sebastian Wilhelm

Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der TU-Forscher vorlegen. Danach kann entschieden werden, ob der Sockel des kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Aussichtsturmes erhalten werden kann.

Falls das möglich ist, soll in drei Jahren zuerst der Sockel wieder begehbar sein. "Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und dem Umweltamt klappt super. Denkbar ist, dass eine Sichtschneise Richtung Dresden geschlagen werden kann", so Frau Sturm weiter.

Im Idealfall 2028 soll der Stahlbeton-Turm möglichst historistisch exakt wiederaufgebaut sein.

Die Bezeichnung Wolfshügel geht auf einen "Wolfsgarten" zurück. Im 16. Jahrhundert wurden Wölfe zur Jagd gehalten.

1886 entstand auf dem Hügel ein hölzernes Aussichtsgerüst. 1912 wurde der Turm von Hans Erlwein (1872 bis 1914) aus Eisenbeton gebaut.

Noch ist unklar, ob auf den Resten des Fundamentes ein neuer Turm aufgebaut werden kann.
Noch ist unklar, ob auf den Resten des Fundamentes ein neuer Turm aufgebaut werden kann.  © Sebastian Wilhelm
So imposant sah der Wolfshügelturm früher aus.
So imposant sah der Wolfshügelturm früher aus.  © Sammlung Holger Naumann

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