Anwohner kämpfen um Wolles Sushi-Lokal

Die Anwohner Christine (72,l.) und Andreas-Bodo  Heilmann (73) sowie Renate Kleine (65) haben sich bei Wolle Förster (2.v.r.) und Parkhotel-Chef Piet Oehmchen (54, r.) für das Sushi-Lokal stark gemacht.
Die Anwohner Christine (72,l.) und Andreas-Bodo Heilmann (73) sowie Renate Kleine (65) haben sich bei Wolle Förster (2.v.r.) und Parkhotel-Chef Piet Oehmchen (54, r.) für das Sushi-Lokal stark gemacht.

Von Katrin Koch

Dresden - Aus vier mach drei: So hatte sich das Multi-Unternehmer Wolfgang Förster (60) jedenfalls gedacht. „Wegen des hohen Kostendrucks schließe ich das kleinste meiner vier Lokale zum 31. März: das Sushi-Lokal im Parkhotel auf dem Weißen Hirsch.“

Am 31. März sollte es auf der Bautzner Landstraße zum letzten Mal Sushi geben - doch Wolle hat die Rechnung ohne seine Gäste gemacht!

Vor zwei Wochen gab Förster die Schließung des Lokals bekannt. Schon im September hatte er Mietvertrag, GEMA [&] Co. gekündigt.

Auf seinen neuen Menükarten tauchte seine vierte „Sushi [&] Wein“-Filiale nicht mehr auf.

Da hagelte es kulinarischen Protest! „Wir sind Stammgäste hier, möchten auf Sushi nicht verzichten“, sagen Dr. Andreas-Bodo Heilmann (73) und seine Gattin Christine (72).

321 Anwohner vom Hirsch teilten die Liebe des Paares zum rohen Fisch, Algensalat und Miso-Suppe. Alle unterzeichneten ein Schreiben, in dem sie Wolle baten, das Sushi-Lokal nicht zu schließen.

Auch Objektverwalter Piet Oehmichen (54) bedauerte Wolles Entschluss: „Herr Förster ist nicht nur ein zuverlässiger Mieter. Er hat uns ein gutes Publikum ins Haus gebracht.“

So vielen Komplimenten und Bitten konnte Wolle Förster nicht widerstehen. „Die vielen Unterschriften haben mich umgestimmt. Ich bleibe auf dem Hirsch und hoffe, dass die Geschäfte jetzt besser laufen.“

Ein neuer Mietvertrag ist schon unterzeichnet. Die Unterschriftenlisten hängte Förster wie eine Trophäe in die Fenster seines Lokals - zum Dank für seine treuen Esser.

Eigentlich wollte Wolle Förster sein Restaurant im Parkhotel schließen, doch dann kam alles anders.
Eigentlich wollte Wolle Förster sein Restaurant im Parkhotel schließen, doch dann kam alles anders.

Fotos: Eric Münch, Ove Landgraf


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