Messerattacke in Dönerladen: War es Notwehr?

Kais K. (29, r.) und sein Verteidiger gestern vorm Zwickauer Landgericht. In diesem Imbiss in Werdau kam es zu der Bluttat.
Kais K. (29, r.) und sein Verteidiger gestern vorm Zwickauer Landgericht. In diesem Imbiss in Werdau kam es zu der Bluttat.

Zwickau - Wollten Sie töten oder war es Notwehr?

Für die Staatsanwaltschaft war es ein Überfall mit Tötungsabsicht - für die Angeklagten Notwehr: Jetzt stehen in Zwickau vier libysche Asylbewerber vorm Landgericht.

Rückblick: Im Mai 2014 eskalierte ein Streit in einem Döner-Imbiss in Werdau.

Kais K. (29), drei weitere Libyer und Imbiss-Chef Halil G. (41) lieferten sich eine wilde Schlägerei.

Plötzlich war ein Messer im Spiel. Halil G. wurde am Handgelenk mit tiefen schnitten schwer verletzt, kam ins Krankenhaus und wurde notoperiert.

Laut Anklage waren die Angreifer mit einem 50 Zentimeter langen Messer, einer Schreckschusspistole, einem Knüppel und Pfefferspray bewaffnet.

Der Attacke waren zwei Tage wüste Streitereien zwischen den Asylbewerbern und dem Imbissbesitzer vorausgegangen. Zeugen berichten von Beschimpfungen wie „Scheiß-Araber“ und „Scheiß-Türken“.

Kais K. vor Gericht: „Wir wollten Döner essen, wurden aber geschlagen und beschimpft. Ich hatte Angst und wollte mich befreien.“

Der Prozess wird nächste Woche fortgesetzt, dann sollen Zeugen vernommen werden.

Im Mai 2014 eskalierte ein Streit in einem Döner-Imbiss in Werdau.
Im Mai 2014 eskalierte ein Streit in einem Döner-Imbiss in Werdau.

Fotos: Thomas Michel, Theo Stiegler


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