Auto rast über Ampel und erfasst gehörlose Frau: War es versuchter Mord?

Würzburg - Ein Crash in Würzburg-Heidingsfeld, bei dem am Sonntag eine gehörlose Fußgängerin schwer verletzt wurde, beschäftigt weiter die Polizei in Unterfranken. War es ein versuchter Mord?

Der Mercedes AMG wurde nach dem Crash sichergestellt und abtransportiert.
Der Mercedes AMG wurde nach dem Crash sichergestellt und abtransportiert.  © NEWS5 / Höfig

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 20 Jahre alter Mann.

Er soll am Sonntag gegen 17.15 Uhr mit einem schwarzen Mercedes AMG auf der Mergentheimer Straße in Würzburg mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit eine rote Ampel überfahren haben.

Dabei erfasst der Mercedes eine "42-jährige taubstumme Fußgängerin, die gerade mit ihrem Hund die Straße überquerte", wie ein Polizeisprecher sagte. Die Frau wurde schwer verletzt, ihr Hund erlitt nur leichte Verletzungen.

Schon unmittelbar nach dem Crash war fraglich, ob es sich dabei um einen normalen Unfall handelt (TAG24 berichtete).

Inzwischen steht der Verdacht im Raum, dass ein illegales Autorennen die Erklärung für den tragischen Vorfall ist. Dies berichtete das Polizeipräsidium Unterfranken am Mittwochmorgen.

Illegales Autorennen in Würzburg? Die Polizei ermittelt

Die Polizei in Würzburg ermittelt inzwischen wegen versuchten Mordes.
Die Polizei in Würzburg ermittelt inzwischen wegen versuchten Mordes.  © NEWS5 / Höfig

Demnach handelt es sich bei dem schwarzen Mercedes AMG um einen Leihwagen.

Es gebe Hinweise darauf, dass "im Vorfeld ein weiteres Fahrzeug beteiligt war", sagte der Polizeisprecher weiter.

Zeugen hätten von einem silbernen Auto berichtet, dass zeitgleich mit dem Mercedes mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Mergentheimer Straße unterwegs gewesen sei. Die Polizei hat daher Ermittlungen "wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens" eingeleitet.

Gegen den 20-jährigen Mercedesfahrer wurde am Dienstag ein Haftbefehl erlassen. Der Vorwurf lautet versuchter Mord.

"Im Haftbefehl wird dem Beschuldigten zur Last gelegt, dass er durch seine Fahrweise den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf genommen habe", erklärte der Sprecher.

Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Die Beamten hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Es wurde ein sogenanntes "Medien-Upload-Portal" eingerichtet. Zeugen könne auf diesem Weg Foto- und Video-Dateien an die Polizei übermitteln.

Titelfoto: NEWS5 / Höfig

Mehr zum Thema Mord:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0