Organisiertes Verbrechen im Knast: JVA-Beamter mit Drogen und Geld für Schmuggel-Handys bezahlt?

Würzburg - Dass sich verurteilte Kriminelle (zurecht) im Gefängnis befinden, leuchtet ohne wenn und aber ein. Doch dass die Kriminalität auch im Knast weiter geht, lässt einen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Wegen geschmuggelter Handys muss ein Beamter des Würzburger Gefängnisses vor Gericht.

Für die eingeschleusten Handys soll der 55-jährige JVA-Beamte Drogen, Medikamente und Bargeld erhalten haben (Symbolbild).
Für die eingeschleusten Handys soll der 55-jährige JVA-Beamte Drogen, Medikamente und Bargeld erhalten haben (Symbolbild).  © DPA

Der 55-Jährige soll mehrfach für Insassen Mobiltelefone eingeschleust und dafür Geld sowie geringe Mengen Betäubungsmittel und Medikamente bekommen haben, teilte die Staatsanwaltschaft Würzburg mit.

Sie habe vor dem Landgericht Anklage wegen Bestechlichkeit erhoben. Dem Beamten drohten bis zu 15 Jahre Haft. Über die Anklage hatten mehrere Medien berichtet.

Neben dem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) sind laut Staatsanwaltschaft 16 weitere Menschen in eigenen Verfahren angeklagt, acht Gefangene und acht Unterstützer, die das Schmuggelgut und den Bestechungslohn besorgt und übergeben haben sollen.

Die Strukturen seien durchaus als bandenmäßig zu bezeichnen. Die Verhandlungstermine stehen noch nicht fest. Schon 2016 war in der Würzburger JVA ein Handyschmuggel aufgeflogen.

Der neue Fall des JVA-Beamten wurde bereits im Januar bekannt, nachdem der Mann in U-Haft gekommen war.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage vor dem Landgericht in Würzburg erhoben (Symbolbild).
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage vor dem Landgericht in Würzburg erhoben (Symbolbild).  © DPA

Titelfoto: DPA

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