Wüste Schießerei dauert über eine Stunde: Mehr als 20 Tote in Mexiko!

Villa Unión (Mexiko) - Ein Drogenkartell fällt in einen kleinen Ort nahe der US-Grenze ein und liefert sich eine stundenlange Schießerei mit der Polizei (TAG24 berichtete).

Die Fassade des Rathauses ist nach einer Schießerei mit Einschusslöchern übersät.
Die Fassade des Rathauses ist nach einer Schießerei mit Einschusslöchern übersät.  © dpa/Gerardo Sanchez/AP

Blutiges Wochenende in Mexiko: Bei Schießereien zwischen mutmaßlichen Mitgliedern eines Drogenkartells und Sicherheitskräften im Norden des Landes sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen.

In der Nacht auf Sonntag (Ortszeit) seien sieben Verdächtige getötet worden, als Einsatzkräfte mutmaßliche Kriminelle verfolgten, teilte die Regierung des Bundesstaates Coahuila mit.

Bereits am Samstag waren insgesamt 14 Menschen bei heftigen Kämpfen in der Ortschaft Villa Unión getötet worden.

Eine bewaffnete Gruppe gab in der Kleinstadt nahe der US-Grenze zunächst Schüsse auf örtliche Verwaltungsgebäude ab, wie der Gouverneur des Bundesstaats Coahuila, Miguel Riquelme Solís, mitteilte.

Unter den Toten seien vier Polizisten und zehn mutmaßliche Angreifer, hieß es. Sechs Polizisten seien bei dem Vorfall verletzt worden. Mindestens zwei weitere Menschen gelten als vermisst.

Aufnahmen zeigten mit Schusslöchern übersäte Gebäude, darunter auch das Rathaus der Stadt, und Fahrzeuge.

Morde sind großes Problem in Mexiko

Miguel Riquelme Solis, Gouverneur von Coahuila, betrachtet ein Polizeifahrzeug mit Einschusslöchern.
Miguel Riquelme Solis, Gouverneur von Coahuila, betrachtet ein Polizeifahrzeug mit Einschusslöchern.  © dpa/Gerardo Sanchez/AP

Die Sicherheitskräfte leiteten daraufhin einen Großeinsatz ein und suchten mit Patrouillen am Boden und zwei Hubschraubern nach weiteren Verdächtigen in der Region.

Dabei kam es im Morgengrauen zu den erneuten Zusammenstößen mit den sieben Toten. Zudem beschlagnahmten die Einsatzkräfte Autos, Waffen und Munition.

Mexiko hat seit Jahren ein massives Problem mit Gewaltkriminalität. Im vergangenen Jahr wurden in dem 130-Millionen-Einwohner-Land mehr als 36.000 Morde registriert - also fast 100 pro Tag.

Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressungen verwickelt sind. Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie geahndet.

Erst Anfang November hatten mutmaßliche Angehörige eines Drogenkartells auf einer Landstraße im Norden Mexikos eine mormonische Großfamilie US-amerikanischer Herkunft angegriffen.

Sie erschossen sechs Kinder im Alter zwischen acht Monaten und elf Jahren sowie drei Frauen. Weitere Kinder wurden verletzt.

Drogenbanden könnten bald als Terrororganisationen eingestuft werden

Eine Innenwand eines Hauses, an der ein Kruzifix und ein Bild mit einer Darstellung von Jesus Christus hängen, ist mit Einschusslöchern übersät.
Eine Innenwand eines Hauses, an der ein Kruzifix und ein Bild mit einer Darstellung von Jesus Christus hängen, ist mit Einschusslöchern übersät.  © dpa/Gerardo Sanchez/AP

US-Präsident Donald Trump will die mexikanischen Drogenkartelle offenbar als ausländische Terrororganisationen einstufen lassen.

Die Einstufung als global agierende Terrororganisation, die bislang beispielsweise dschihadistische Gruppen wie Al-Kaida oder den Islamischen Staat (IS) betrifft, könnte der US-Regierung zusätzliche Möglichkeiten bei der Bekämpfung der Gruppen eröffnen.

In der kommenden Woche wird US-Justizminister William Barr zu Gesprächen über die Angelegenheit in Mexiko erwartet.

Vor genau einem Jahr hatte Mexikos linker Präsident Andrés Manuel López Obrador die Regierungsgeschäfte übernommen. Er versprach "Abrazos, no balazos" (Umarmungen, keine Schüsse) und wollte mit Sozialmaßnahmen und Präventionsprogrammen die Kriminalität eindämmen.

Tatsächlich dreht sich die Gewaltspirale aber immer weiter, über Teile des Landes hat die Regierung mittlerweile die Kontrolle verloren.

Ein beschädigtes Fahrzeug steht vor dem Rathaus der Stadt Villa Union, dessen Fassade mit Einschusslöchern übersät ist.
Ein beschädigtes Fahrzeug steht vor dem Rathaus der Stadt Villa Union, dessen Fassade mit Einschusslöchern übersät ist.  © dpa/Gerardo Sanchez/AP

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