Darum werfen Schotten ihr Nationalgericht wütend aus dem Fenster

Edinburgh - In manchen Momenten kann einem nichts anderes als das Wort Klischee in den Kopf kommen. So jetzt auch bei einem Fall in Edinburgh, als Bauarbeiter von wütenden Anwohnern mit gebackenen Bohnen und Haggis beworfen wurden.

Gebackene Bohnen und Haggis dürfen auf schottischen Tischen nicht fehlen.
Gebackene Bohnen und Haggis dürfen auf schottischen Tischen nicht fehlen.  © Fotomontage/Fotos: 123RF Anthony Baggett & 123RF P

Was vielen in Deutschland eher den Ekel ins Gesicht treibt, darf auf Schottlands Tischen nicht fehlen. Gebackene Bohnen in einer leicht schleimigen roten Soße und der Innereienbrei namens Haggis.

Dass man die schottischen Leibgerichte aber nicht nur essen kann, bewiesen jetzt wütende Anwohner an der Easter Road, Heimat des schottischen Erstligisten Hibernian FC.

In den Straßen rund um das Stadion finden bereits seit Beginn des Monats Bauarbeiten statt. Diese sind laut "Daily Record" nötig, weil man sie anschließend als Ausweichstrecke für ein städtisches Großbauprojekt braucht.

Das Problem für die Anwohner ist jedoch, dass aus Rücksicht auf den Handel in der Gegend immer zwischen 18 Uhr abends und 3 Uhr nachts gebaut wird.

Entspannt nach der Arbeit zur Ruhe kommen oder gemütlich durchschlafen, ist so kaum noch möglich.

Und auf einmal flogen dann Bohnen und Haggis

Die Straßenbauarbeiten laufen auch in der Dunkelheit.
Die Straßenbauarbeiten laufen auch in der Dunkelheit.  © Screenshot/Twitter/Throwing_Dice

"Um die Auswirkungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, werden die lautesten Tätigkeiten, wie das Aufbrechen der alten Straßenoberfläche, jeden Abend spätestens um 23 Uhr eingestellt."

Das schrieb die Stadt vorab in einem Brief an die Anwohner. Allerdings scheint man sich über die Definition des Leisermachens nach 23 Uhr nicht ganz einig geworden zu sein.

Ein Anwohner sagte dem "Daily Record": "Das Geräusch bis 23 Uhr ist richtig laut, aber auch danach ist es noch ekelhaft."

Ein anderer ergänzt: "Es ist schlimm genug, wenn Erwachsene versuchen, bei dem Lärm zu schlafen, aber für Kinder muss es ein Albtraum sein. Ein Kind nebenan ist erst drei Jahre alt und wurde letzte Woche ständig (durch die Bauarbeiten) geweckt. Am Ende hat der Vater das Bett in die Küche gestellt, weil man dort am weitesten vom Lärm entfernt ist."

Mit so wenig Schlaf und der Lärmbelastung wird das Nervenkostüm natürlich auf Dauer etwas dünner. Kein Wunder also, dass bald die ersten Bauarbeiter wüst aus den Fenstern der Wohnungen beschimpft wurden. Und auf einmal flogen dann Bohnen und Haggis.

Bis zum 21. Oktober müssen die Anwohner noch mit der Baustelle leben. Doch einen Lichtblick gibt es, zumindest am Wochenende ist es definitiv ruhig.


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