Wuppertaler Doppelmord: War es der Sohn oder der Enkel?

Wuppertal – Im Prozess um den Doppelmord am Wuppertaler Unternehmer-Ehepaar Springmann haben die Verteidiger den Sohn der Ermordeten als möglichen Täter ins Spiel gebracht. Sie beantragten am Freitag, ihn nicht länger mit seinem Anwalt als Nebenkläger im Prozess auftreten zu lassen.

Seit März 2018 läuft der Prozess um den Doppelmord am Ehepaar Springer (Symbolbild).
Seit März 2018 läuft der Prozess um den Doppelmord am Ehepaar Springer (Symbolbild).  © DPA

Als mutmaßlicher Doppelmörder sitzt bisher der 26-jährige Enkel der Mordopfer auf der Anklagebank. Nach Ansicht der Ermittler hatte er befürchtet, dass seine vermögenden Großeltern die üppigen Geldzuwendungen an ihn stoppen. Er bestreitet die Tat.

Der ermordete Enno Springmann habe nach einem Familienstreit viele Jahre jeden Kontakt zu seinem Sohn abgelehnt, sagte Verteidiger Klaus Bernsmann, der den wegen Mordes angeklagten Enkel vertritt: "Er hatte Angst vor ihm, das hat er immer mal wieder gesagt."

Die Polizei habe sehr selektiv ermittelt und ihn nie als möglichen Verdächtigen in Betracht gezogen, "obwohl, das wird in diesem Verfahren ja noch kommen, er sich möglicherweise in der Funkzelle des Tatortes, am Tattag zur Tatzeit aufgehalten hat". Der Anwalt des Nebenklägers war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Mitangeklagt ist der Freund und Geschäftspartner des Enkels. Gegen die neue Version der Verteidiger spricht, dass die Ermittler die DNA des Mitangeklagten am Tatort sichergestellt hatten.

Beide sollen die 91 und 88 Jahre alten Eheleute und bekannten Kunst-Mäzene in deren Villa niedergeschlagen und dann erdrosselt haben. Ihnen droht lebenslange Haft. Begonnen hatte der Prozess im März 2018 (Tag24 berichtete).

Titelfoto: DPA


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