Geldprobleme, Spieler weg: Drei Viertligisten am Abgrund

Wuppertal/Bochum – Die beiden ehemaligen Fußball-Bundesligisten Wuppertaler SV und SG Wattenscheid 09 kämpfen gegen den finanziellen Kollaps. Und auch dem TV Herkenrath droht der sportliche Absturz.

Der Traditionsverein Wuppertaler SV steht vor einer schwierigen Zukunft (Archivbild).
Der Traditionsverein Wuppertaler SV steht vor einer schwierigen Zukunft (Archivbild).  © DPA

Laut Medienberichten vom Montag ist der WSV wirtschaftlich so angeschlagen, dass alle Regionalliga-Spieler bis auf einen den Club noch in der laufenden Transferperiode ablösefrei verlassen können (TAG24 berichtete). Die Vereinsführung teilte zur prekären Situation lediglich mit, dass man die gesteckten Ziele überprüft und neue Ziele für die nächsten Jahre definiert habe.

"Die Auswertung der aktuellen Ergebnisse, beispielsweise der Rückgang der Zuschauerzahlen, zeigt, dass die Konzeption "WSV2020" inhaltlich ausgesprochen erfolgreich ist, finanziell und zeitlich aber zu ambitioniert gewesen ist", hieß es in einer Erklärung am Sonntag.

Die Erkenntnisse führten "zu der Notwendigkeit, das Konzept anzupassen und umfassende Sparmaßnahmen umzusetzen, um die laufende Saison und die weitere Zukunft des Vereins zu sichern".

Über konkrete Maßnahmen will die Clubspitze Mitarbeiter und Spieler noch informieren. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Nach 20 Spielen belegt Wuppertal den sechsten Tabellenplatz.

Deckungslücke bei SG Wattenscheid 09

Die SG Wattenscheid 09 ist von der Insolvenz bedroht (Symbolbild).
Die SG Wattenscheid 09 ist von der Insolvenz bedroht (Symbolbild).  © DPA

Nicht minder schwierig ist die Lage beim Club aus Bochum, der ebenfalls in der Regionalliga-Staffel West spielt. Schon im Vorjahr bekamen die Spieler ihre Gehälter monatelang erst gar nicht und dann mit Verspätung ausgezahlt.

350.000 Euro fehlen in der Clubkasse. Bis zum 14. Januar muss die Deckungslücke gefüllt sein. Deswegen riefen die Wattenscheider schon vor Weihnachten zu Spenden auf. Inzwischen kamen so rund 110.000 Euro zusammen. Gleichwohl bleibt die SGW von der Insolvenz bedroht.

Immerhin habe die Crowdfunding-Aktion dazu geführt, "dass sich ehemalige 09-Spieler und potenzielle Großsponsoren mit dem Verein in Verbindung gesetzt haben", teilte der Club mit: "Eine dauerhafte Stabilisierung des Vereins ist nur möglich, wenn dieser auf vielen Schultern getragen wird. Die SG 09 Wattenscheid steht vor der wichtigsten Woche in der Vereinsgeschichte."

Auch die Wattenscheider haben aus sportlicher Sicht gute Aussichten auf den Klassenerhalt. Ein Insolvenzverfahren kann vom DFB mit Sanktionen wie Punktabzügen geahndet werden.

TV Herkenrath steht als erster Absteiger fest

Der TV Herkenrath musste seinen Etat kräftig senken (Symbolbild).
Der TV Herkenrath musste seinen Etat kräftig senken (Symbolbild).  © 123RF

Für Aufsteiger TV Herkenrath lief die Saison ohnehin schon sportlich miserabel ab. Mit neun Punkten aus 19 Spielen steht das Team aus Bergisch Gladbach auf dem letzten Tabellenplatz.

Als sich dann auch noch der langjährige Mäzen zurückzog, brach in der Winterpause ein Chaos aus. Zahlreiche Spieler verließen den Viertligisten bereits, auch Trainer Thomas Zdebel ging nach nur acht Wochen.

Zwar haben laut einem Medienbericht 14 Spieler ihren Verbleib angekündigt, aber die Lage bleibt angespannt. Denn der Etat musste auf ein Drittel gekürzt werden, ein neuer Trainer mit A-Lizenz wird noch gesucht.

Für die kommende Saison hat der Verein keine Ragionalliga-Lizenz beantragt und steht daher als Absteiger fest. Ob es in der Mittelrheinliga oder sogar in einer tieferen Liga weiter geht, steht derzeit noch nicht fest.

Ein sofortiger Rückzug aus dem Ligabetrieb steht demnach nicht mehr zur Debatte. Die Saison soll möglichst "anständig" zu Ende gespielt werden. Auf Nachfragen reagierte der TV Herkenrath zunächst nicht.

Titelfoto: DPA


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