Finanzieller Ruin droht: Viertligist will offenbar seine Spieler wegschicken!

Wuppertal - Der nächste Traditionsverein steht vor dem Aus! Der Wuppertaler SV ist in dieser Saison nach der SG Wattenscheid 09 und dem TV Herkenrath bereits der dritte (!) Verein aus der Regionalliga West, der vom finanziellen Ruin bedroht ist.

Auch Silvio Pagano (l.) soll den Wuppertaler SV als einer der Großverdiener vorzeitig in der Winterpause verlassen. Hier gewinnt er das Kopfballduell im Testspiel gegen BVB-Kapitän Marcel Schmelzer.
Auch Silvio Pagano (l.) soll den Wuppertaler SV als einer der Großverdiener vorzeitig in der Winterpause verlassen. Hier gewinnt er das Kopfballduell im Testspiel gegen BVB-Kapitän Marcel Schmelzer.  © DPA

Zusätzlich musste in der Regionalliga Nordost mit dem FC Viktoria 89 Berlin ein echter Traditionsverein bereits vor einigen Wochen Insolvenz anmelden (TAG24 berichtete).

Bei Wuppertal soll die Lage laut Reviersport finanziell so bedrohlich sein, dass alle Spieler den Verein in der Winterpause ablösefrei verlassen dürfen.

Nur Top-Torjäger Christopher Kramer, der wettbewerbsübergreifend in 23 Spielen 21 Mal traf und zwei Tore direkt vorbereitete, soll eine Ablösesumme einbringen, weil an ihm gleich mehrere Clubs interessiert sein sollen.

Ein konkretes Angebot liege allerdings noch nicht vor, heißt es.

Die Großverdiener in der Winterpause irgendwie loszuwerden, ist überlebenswichtig für den WSV. Sollte das nämlich nicht klappen, könnten die Gehälter nicht mehr bezahlt werden. Dann müsste Insolvenz angemeldet werden.

Neben den hohen Kosten für die auf Platz sechs rangierende erste Mannschaft (angeblich 950.000 Euro) hat den Verein vor allem der Zuschauerrückgang besonders hart getroffen.

Sascha Schünemann (l.) und Silvio Pagano (r.) schauen bedröppelt aus der Wäsche. Denn der Wuppertaler SV wird seinen Kader kräftig umkrempeln.
Sascha Schünemann (l.) und Silvio Pagano (r.) schauen bedröppelt aus der Wäsche. Denn der Wuppertaler SV wird seinen Kader kräftig umkrempeln.  © Imago

Der WSV hatte vor der Saison mit 3300 Besuchern pro Spiel kalkuliert - momentan sind es allerdings nur 2590 Zuschauer!

Auch das zeige laut einer Vorstandserklärung, "dass die Konzeption "WSV2020" inhaltlich ausgesprochen erfolgreich ist, finanziell und zeitlich aber zu ambitioniert gewesen ist."

Das wiederum führe dazu, "das Konzept anzupassen und umfassende Sparmaßnahmen umzusetzen, um die laufende Saison und die weitere Zukunft des Vereins zu sichern."

Das soll dem Vernehmen nach mit ambitionierten und deutlich günstigeren Nachwuchsspielern gelingen, die in der Rückrunde für den Club auflaufen sollen.

Dass Regionalligisten wie eben der WSV finanziell ins Risiko gehen ist dabei nichts Neues: Wer wie Wuppertal in die 3. Liga aufsteigen will, muss viel Geld in die Hand nehmen, um entsprechende Spieler unter Vertrag nehmen zu können.

Geht dabei etwas schief, steht am Ende oft der finanzielle Ruin. Und gerade der WSV hätte vorsichtiger sein- und aus der eigenen Vergangenheit lernen müssen. Denn der Verein kämpfte bereits vor sechs Jahren mit finanziellen Problemen.

Titelfoto: Imago


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