Nach Demo in Wurzen: Antifa beklagt ungesühnte Angriffe und Hitlergrüße

Die Organisatoren der Demo in Wurzen
Die Organisatoren der Demo in Wurzen  © Frank Schmidt

Leipzig/Wurzen - Nach der Antifa-Demonstration am Samstag in Wurzen, haben sich die Organisatoren kritisch zum Polizeieinsatz geäußert. Der Vorwurf: Der Schutz der Demonstranten sei unzureichend gewesen, Hitlergrüße nicht geahndet worden.

Eigentlich war die Demo am Samstag in Wurzen friedlich verlaufen. Die Polizei hatte sich in einem Fazit am Abend zufrieden mit ihrem Einsatz gezeigt (TAG24 berichtete). Es wurden lediglich einige Anzeigen gegen Personen aus dem rechten Lager vermeldet.

Die Organisatoren der Demo vom antirassistischen Bündnis "Irgendwo in Deutschland" berichten aber noch von weiteren Vorfällen. Während ihres Demonstrationszuges durch Wurzen hätten Neonazis wiederholt versucht, die Demonstration und anwesende Journalisten anzugreifen.

"Noch zuvor lies die Polizei verlauten, dass das eigene Aufgebot zum Schützen der Antifaschist*innen aufgefahren wurde. Dass dieser vermeintliche Schutzauftrag nur vorgeschoben war, zeigte sich, als sich die Angegriffenen selbst verteidigen mussten", kritisieren die Initiatoren der Demo.

Täter seien lediglich ermahnt worden und die Beamten hätten sich bei den vielen Hitler- und Kühnengrüßen für "nicht zuständig" erklärt.

Am Rande der Demo gab es immer wieder Provokationen aus dem rechten Lager.
Am Rande der Demo gab es immer wieder Provokationen aus dem rechten Lager.  © Frank Schmidt

Die Polizei hatte am Samstagabend nur von einem Vorfall am Bürgermeister-Schmidt-Platz berichtet. Dort stoppten Beamte demnach Gegendemonstranten auf ihrem Weg zu den Antifaschisten.

Außerdem gab es am Rande der Demo eine Anzeige gegen eine Person aus dem rechten Lager wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Polizeisprecher Uwe Voigt wies die Vorwürfe am Sonntag gegenüber TAG24 zurück. Es seien keine weiteren Vorfälle bei den Beamten vor Ort angezeigt worden. Dies hätte aber geschehen müssen, damit gegen die entsprechenden Personen ermittelt werden könne.

Dass Beamte sich bei gezeigten Hitlergrüßen oder Übergriffen für nicht zuständig erklärten, ist für Voigt unvorstellbar. Die Einsatzkräfte wüssten über ihre Pflichten Bescheid und nähmen diese sehr ernst.

Darüber hinaus habe nicht nur die Polizei selbst die Demonstration und den begleitenden Einsatz als friedlich empfunden.


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