Nach Antifa-Kundgebung: Auto von Linken-Politiker sabotiert

Seit der blutigen Auseinandersetzung Mitte Januar kommt die Stadt Wurzen nicht zur Ruhe.
Seit der blutigen Auseinandersetzung Mitte Januar kommt die Stadt Wurzen nicht zur Ruhe.  © fotojump/Frank Schmidt

Wurzen - Ein Kommunalpolitiker der Linken ist nach der Antifa-Kundgebung in Wurzen Zielscheibe von mindestens einer Sabotage-Aktion geworden.

Wie die Linke am Montag mitteilte, traf es das Auto ihres Fraktionschefs im Stadtrat Wurzen, Jens Kretzschmar (44).

Demnach sollen nach der Mahnwache der Antifa in Wurzen die Radmuttern von Kretzschmars Auto gelockert worden sein.

Am vergangenen Wochenende, zwischen Samstagabend und Sonntagnachmittag, wurde der Auspuff des Wagens manipuliert, das Auto so fahruntüchtig gemacht.

Die Linke hat einen konkreten Verdacht, wer sich an Kretzschmars Wagen zu schaffen machte. Kurz zuvor hatte sich der Kommunalpolitiker gegenüber dem "Spiegel" kritisch über die zustände in Wurzen geäußert.

"Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei den Manipulationen am Fahrzeug von Jens Kretzschmar um gezielte Angriffe auf einen Politiker handelt, der sich sowohl seit Jahren gegen die örtliche Neonaziszene engagiert als auch im „Netzwerk Demokratische Kultur“ in der Flüchtlingsarbeit aktiv ist", so die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (50, Linke).

In beiden Fällen sei Anzeige erstattet worden. Die Polizeidirektion Leipzig bestätigte am Montag aber lediglich den Fall des manipulierten Auspuffs. Dieser sei mit Bauschaum verstopft worden. Der Täter ist unbekannt, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, der Staatsschutz ist eingeschaltet.

Bei der Kundgebung am 20. Januar in Wurzen hatten etwa 100 Antifaschisten gegen neonazistische Netzwerke und rechte Gewalt in Wurzen protestiert (TAG24 berichtete). Zuvor waren bei einer Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Geflüchteten mehrere Personen verletzt worden.

Linken-Abgeordnete Kerstin Köditz (l.) hat eine Vermutung, wer hinter der Sabotage-Aktion steckt.
Linken-Abgeordnete Kerstin Köditz (l.) hat eine Vermutung, wer hinter der Sabotage-Aktion steckt.  © fotojump/Frank Schmidt

Titelfoto: fotojump/Frank Schmidt


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