Rückmarsdorf kämpft gegen geplantes Kiesabbau-Gebiet

Die Bürgerinitiative "Rückmarsdorf" macht sich dafür stark, dass es in dem betroffenen Wohngebiet nicht zum Kiesabbau kommt. (Symbolbild)
Die Bürgerinitiative "Rückmarsdorf" macht sich dafür stark, dass es in dem betroffenen Wohngebiet nicht zum Kiesabbau kommt. (Symbolbild)

Leipzig - In Rückmarsdorf gehen Anwohner auf die Barrikaden: direkt neben dortigen Wohngebieten soll ein 47 Hektar großes Kiesabbau-Gebiet entstehen. Die Bürger befürchten Lärm und Dreck direkt vor der Haustür.

"Mit uns ist kein Kies zu machen"- so protestieren Mitglieder der Bürgerinitiative "Rückmarsdorf" gegen die von der GP Papenburg AG geplante Erweiterung des Kiesabbaufeldes Schönau am westlichen Rand Leipzigs.

Das unter dem internen Namen "Schönau III" laufende Projekt soll 2019 starten- Laufzeit: rund 15 Jahre, so berichtet die LVZ. Auf dem Gebiet soll bis zu 110 Meter tief gegraben werden. Zum Schmutz- und Lärmschutz ist, 70 Meter von den Wohnhäusern entfernt, die Errichtung eines acht Meter hohen Walls geplant.

Die Anwohner fürchten vor allem die langfristigen Folgen für die Siedlung- nicht selten kommt es in der Nähe von Tagebau-Gebieten zu Erdrutschungen oder der Absenkung des Grundwasserspiegels. Außerdem könnte es zum Wertverfall der Grundstücken kommen.

Bereits seit Oktober 2016 kämpft die Bürgerinitiative gegen das Projekt. Zuletzt übergaben die Mitglieder am 18. Januar dieses Jahres eine Sammlung von ingesamt 2.867 Unterschriften besorgter Anwohner an den Bürgermeister und Beigeordneten für Wirtschaft und Arbeit, Uwe Albrecht (CDU), setzten damit ein Zeichen des Protests.

In einer Pressemitteilung vom 18. Januar erklärt auch Norman Volger, Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:

"Über 2.800 Unterschriften gegen das geplante Kiesabbaugebiet "Schönau III“ sind ein starkes Zeichen an Verwaltung, Stadtrat und auch das Kiesunternehmen GP Papenburg AG, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen.“

Bis dato sind die Pläne für den Kiesabbau nicht genehmigt, die Bewilligung der Bauvorhaben von der Stadt steht noch aus. Um mit dem Bau beginnen zu können, muss das Unternehmen Papenburg zudem Zugriff auf alle betroffenen Grundstücke haben.

In der Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch wurde der Fall erneut von der Stadtratsfraktion der Grünen vorgebracht, Informationen zum Ergebnis stehen noch aus.

Am 23. Februar werden trifft sich die Bürgerinitiative "Rückmarsdorf" mit politischen Vertretern von Stadt, Land und Bund, die bereits Interesse an ihrem Problem bekundet haben.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0