Wegen Naidoo: Will MannHeim seine "Söhne" nicht mehr?

Xavier Naidoo (45) erntet mit den Söhnen MannHeims Kritik: Wie nah steht er den "Reichbürgern"?
Xavier Naidoo (45) erntet mit den Söhnen MannHeims Kritik: Wie nah steht er den "Reichbürgern"?  © DPA

Mannheim - Wird Xavier Naidoos (45) mögliche Nähe zu "Reichsbürgern" ein Ärgernis für die Stadt Mannheim, die einst so stolz auf ihre "Söhne" war?

Mannheim hat sich am Freitag von ihren bekannten "Söhnen" distanziert. Das schreibt die Rhein-Neckar-Zeitung auf ihrer Homepage.

Anlass der neuen Distanz ist der Song "Marionetten", der auf dem neuen Album der Söhne MannHeims zu hören ist (TAG24 berichtete).

Für die RNZ seien Passagen im Song klare Indizien für die Nähe zu "Reichsbürgern".

Mit im Lied genannten "'Sachverwaltern' oder 'Sachwaltern' bezeichnen sogenannte 'Reichsbürger' die Staatsorgane der Bundesrepublik Deutschland." Und hier steckt die Krux für Mannheim. Denn die sogenannten "Reichsbürger" erkennen die BRD nicht an.

Durch zahlreiche auch bewaffnete Vorfälle gelten "Reichsbürger" zum Teil als gefährlich!

"Ich habe auch immer betont, dass ich die Auffassung der sogenannten Reichsbürger nicht teile."
"Ich habe auch immer betont, dass ich die Auffassung der sogenannten Reichsbürger nicht teile."  © DPA

Die Rhein-Neckar-Zeitung interpretiert den Song weiter: "Die 'Marionetten' und ihr 'Puppenspieler' können als Anspielung auf antisemitische Weltverschwörungstheorien aus den beiden vergangenen Jahrhunderten verstanden werden. Dort manipuliert die Figur des 'Marionettenspielers' - oft als Bankier jüdischen Glaubens kenntlich gemacht - Politik und Gesellschaft."

Das ginge aus einem Dossier über "Modernen Antisemitismus" hervor, das auf den Internetseiten des Netzwerks "D-A-S-H - Für Vernetzung, gegen Ausgrenzung" zu finden ist. Gefördert wird das Netzwerk von der Zentrale für Politische Bildung.

Jetzt wurden Vertreter der Stadt und weitere politische Akteure um Stellungnahmen gebeten: "Dass wir über diese Entwicklung nicht glücklich sind, versteht sich von selbst", teilt die Stadt mit. "Welche Konsequenzen sich daraus für uns ergeben, werden wir besprechen. Wir erwarten allerdings auch eine Erklärung der Söhne Mannheims zu den anti-staatlichen Aussagen in den Songtexten", heißt es dort.

Und weiter schreibt die RNZ: "'Kultur kann und darf Kritik üben', sagt der Mannheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Egon Jüttner: 'Aber diese Wortwahl ist nicht vertretbar.'"

2011 hatte Naidoo in der ARD gesagt: "Wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land." 2012 sorgte der Text des Liedes "Wo sind" von Naidoo und Kool Savas für Ärger. Da ging es in vulgärer Sprache um Kindermorde - Passagen wurden als schwulenfeindlich kritisiert, Homosexuelle würden mit Pädophilen gleichgesetzt. Naidoo wurde auch 2014 kritisiert, weil er in Berlin vor "Reichsbürgern" aufgetreten war. Damals meinte Naidoo: Er sei froh, in einem "bunten" Deutschland zu leben, mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Religionen. "Ich habe auch immer betont, dass ich die Auffassung der sogenannten Reichsbürger nicht teile, von denen ich mich auch öffentlich deutlich distanziert habe."

Er stehe für Meinungsfreiheit, erklärte er. "Es ist allerdings schade, dass Menschen, die mich ganz offensichtlich nicht kennen, aufgrund unzutreffender Darstellungen substanzlos und schlecht über mich reden."

Titelfoto: DPA


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