Xavier Naidoo in Dresden verurteilt: Richterin reduziert Strafe, doch es wird trotzdem teuer!

Dresden - Ob ihn die 130 Euro so sehr schmerzen? Zwei Prozesstage lang ließ Sänger Xavier Naidoo (47) seine Anwälte gegen sein Knöllchen kämpfen. Das Dresdner Amtsgericht verurteilte ihn trotzdem.

Xavier Naidoo (47) erschien selbst nicht vor Gericht.
Xavier Naidoo (47) erschien selbst nicht vor Gericht.  © DPA

Am 1. Juni 2017 sah Naidoo rot: In der Dohnaer Straße auf Höhe der Fritz-Meinhardt-Straße raste er in einen Blitzer.

73 statt erlaubter 50 Stundenkilometer fuhr sein Bentley. So gab es Post von der Bußgeldstelle - oder auch nicht, denn der Brief kam immer wieder nicht an.

"Unbekannt verzogen" oder "Nicht zustellbar" stand dann auf den Rücksendungen, so entschied sich das Ordnungsamt für die öffentliche Zustellung, heißt im Rathaus hing das Promi-Knöllchen für jeden einsehbar herum.

Das zeigte wohl tatsächlich Wirkung, denn am letztmöglichen Tag widersprach Naidoo dem Bußgeld.

Und das mit gehöriger Vehemenz. So blaffte Verteidiger Frank Wolf die Richterin an: "Hören sie auf den Kopf zu schütteln!", er fiel dem Sachverständigen ins Wort.

Grundtenor: Die öffentliche Zustellung sei fehlerhaft, das Knöllchen daher verjährt. Auch die Messung monierte Verteidiger Frank Wolf: "Es handelte sich um ein nicht standardisiertes Messverfahren", so der Anwalt im Plädoyer.

Hintergrund: In der Gebrauchswanweisung des Blitzers steht, dass dieser nur vom Hersteller VDS zertifiziertes Personal zu bedienen sei. Das Zertifkat des VDS-Techniker war aber nicht in der Prozessakte. Die Richterin ließ sich von dem Gepolter allerdings nicht beeindrucken: Naidoo muss nun zahlen.

Allerdings reduzierte die Richterin das 130-Euro-Knöllchen auf 80 Euro. Teuer wird's trotzdem für den Sänger - er muss auch für die Prozesskosten aufkommen, die im vierstelligen Bereich liegen.

Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig.

Der Sänger wurde wegen eines Knöllchens verurteilt.
Der Sänger wurde wegen eines Knöllchens verurteilt.  © DPA

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