Erschütterung der Macht im Schweizer Fußball: Bern klatscht Basel an die Wand!

Bern - Was für ein Ausrufezeichen! War das die vorläufige Wachablösung im Schweizer Fußball? Der amtierende Meister und Champions-League-Teilnehmer BSC Young Boys Bern hat den FC Basel mit 7:1 aus dem heimischen Stade de Suisse Wankdorf geschossen.

FC-Basel-Trainer Marcel Koller, ehemals beim 1. FC Köln und VfL Bochum tätig, reagiert fassungslos auf die Leistungen seiner Mannschaft in den letzten Wochen.
FC-Basel-Trainer Marcel Koller, ehemals beim 1. FC Köln und VfL Bochum tätig, reagiert fassungslos auf die Leistungen seiner Mannschaft in den letzten Wochen.  © DPA

Nach der 0:3-Niederlage der Berner unter der Woche in der Champions-League-Gruppenphase gegen Manchester United war dieses Ergebnis nicht gerade erwartet worden.

Dieses wirkt auf den ersten Blick wie eine absolute Sensation, ist auf den zweiten Blick aber ein schleichender Abstieg des langjährigen Aushängeschilds des Schweizer Fußballs, der am vergangenen Sonntag seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

National waren die Basler viele Jahre hintereinander die unangefochtene Nummer eins und wurden acht Mal in Folge Meister.

In der letzten Saison gab es dann einen ersten Bruch. Wie gewöhnlich hatte Basel die Abgänge einiger Leistungsträger zu verkraften. Der Unterschied zu den Jahren zuvor: Diesmal schlugen die Neuzugänge nicht so ein, wie erhofft, funktionierte die Mannschaft nicht mehr, wie gewohnt.

Hinzukam, dass die Young Boys eine überragende Spielzeit hatten und deshalb verdient und souverän mit 15 Punkten Vorsprung vor Basel Meister wurden.

Mittlerweile ein gewohntes Bild in der Schweiz: Die BSC Young Boys Bern jubeln über einen Sieg.
Mittlerweile ein gewohntes Bild in der Schweiz: Die BSC Young Boys Bern jubeln über einen Sieg.  © DPA

Dort war man hingegen äußerst unzufrieden mit dem schwachen Saisonstart und entließ am 26. Juli den früheren HSV- und Werder-Profi Raphael Wicky, der damit nur etwas mehr als ein Jahr auf der Basler Trainerbank gesessen hatte.

Interimsweise übernahm der frühere BVB-Profi Alex Frei das Team, war aber erfolglos und flog hochkant gegen den griechischen Vertreter PAOK Saloniki in der Champions-League-Qualifikation (Gesamtergebnis: 1:5) raus.

Nur einen Tag danach, am 2. August, wurde Frei vom früheren Bochumer und Kölner Trainer Marcel Koller abgelöst, der zuvor sechs Jahre lang die Nationalmannschaft Österreichs gecoacht hatte.

Doch auch unter dem erfahrenen Koller setzte der Erfolg nicht ein. Basel schied auch in der Europa-League-Qualifikation in den Play-offs gegen den zypriotischen Club Apollon Limassol aus.

Dazu läuft es - wie das Ergebnis gegen die Berner zeigt - auch in der Liga nicht rund. Nach sieben Spielen hat die Mannschaft nur neun Punkte auf dem Konto und steht deshalb nur auf Platz sieben von zehn Teams.

Die Young Boys haben all ihre sieben Begegnungen gewonnen und thronen mit zehn Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Es sieht trotz des frühen Zeitpunkts in der Saison stark danach aus, als ob die Berner wieder Schweizer Meister werden.


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