Dauert der Stadionbau acht Monate länger?

Das neue Stadion wird ein Prachtstück. Wann’s fertig sein wird, ist unklar.
Das neue Stadion wird ein Prachtstück. Wann’s fertig sein wird, ist unklar.

Chemnitz - Höhere Kosten und längere Bauzeit fürs Stadion: Die Stadt spricht von einem Zuschlag von bis zu 1,6 Millionen Euro und viereinhalb Monaten Verzögerung. Das Ende der Fahnenstange?

Aus der Beschlussvorlage 173/2015 für den Stadtrat geht hervor: Die bauausführende ARGE hat im Mai Mehrkosten wegen einer Störung des Bauablaufs eingereicht, es gibt unterschiedliche Ansichten zwischen ARGE und Stadt hinsichtlich Einreichung und Qualität von Bauunterlagen.

Folge: Zwar seien die Mehrkosten noch nicht bezifferbar, der Auftragnehmer geht laut Papier aber von einer Bauzeitverlänerung von 8 1/2 Monaten aus! Diese Argumentation werde von der Stadt geprüft.

Die Baustelle am neuen Stadion.
Die Baustelle am neuen Stadion.

Weiterhin zu beachten:

  • Bauverlängerungen wegen Winter und Weihnachtsruhe sind offenbar nicht berücksichtigt.
  • Verträge zweier Mitarbeiter, die wegen des Baus befristet eingestellt wurden, müssen wegen der Verzögerung verlängert werden.
  • Es gibt ein zusätzliches Kostenrisiko von 370.000 Euro, resultierend aus Nachträgen (Nachforderungen) der ARGE.

Sprecherin Katja Uhlemann (36): „Der Stadionumbau erfolgt unter laufendem Spielbetrieb, so dass von Anfang an klar war, dass Bauzeit und Bauablauf immer wieder aktuell angepasst werden müssen.“

Nächste Woche beschäftigt sich der Bauausschuss mit dem Thema.

CFC-Boss Hänel erwartet keine Einnahmeverluste

CFC-Präsident Mathias Hänel nimmt die Bauverzögerung sportlich.
CFC-Präsident Mathias Hänel nimmt die Bauverzögerung sportlich.

Die Hiobsbotschaft zur Verzögerung des Stadion-Neubaus erreichte CFC-Präsident Mathias Hänel (50) im Urlaub.

„Grundsätzlich ist es positiv, wenn die Qualität zusätzlich aufgewertet und das Stadion nicht nur zum Fußballspielen genutzt werden soll“, sagte Hänel.

Die Kehrseite der Medaille: Die Vielzahl der Ostderbys wird auch in der neuen Drittliga-Saison auf einer Baustelle über die Bühne gehen. Zuletzt lag die Höchstgrenze bei 10.000 Fans. Durch die spätere Fertigstellung gehen dem CFC Zuschauer-Einnahmen verloren.

Auch die Vermarktung der Heimspiele dürfte nicht einfacher werden, wenn im schlimmsten Fall bis weit in die Rückrunde hinein gebaut wird.

„Bauzeiten sind immer Schätzungen. Wir haben für verschiedene Szenarien Lösungen in der Schublade. Ich erwarte keine gravierenden Einnahme-Verluste“, sagte Hänel, der nicht jammern oder klagen will.

„Es gibt keine Alternative. Und am Ende sind wir alle froh, dass wir ein sehr schönes neues Stadion bekommen, in dem hoffentlich bald höherklassiger Fußball zu sehen sein wird.“

Fotos: Peggy Schellenberger/Roger Petzsche


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