So motzt Zastrow seine Hofewiese auf

Holger Zastrow (47) packt selber mit an, ist fast jeden Tag auf „seiner“ Hofewiese.
Holger Zastrow (47) packt selber mit an, ist fast jeden Tag auf „seiner“ Hofewiese.

Von Dirk Hein

Dresden - Es tut sich was auf der Hofewiese. Seit einem Monat ist FDP-Chef Holger Zastrow (47) offiziell Eigentümer des „Landgutes königlich sächsische Hofewiese“. In den nächsten drei Jahren soll eine komplett neue Event-Fläche entstehen. Zu Pfingsten startet die Sommerwirtschaft.

„Hier war alles voller Unkraut und wilder Beeren, der komplette Boden lief sich weich, weil das über Jahre gefallene Laub langsam verrottete“, sagt Holger Zastrow. Statt im feinen Zwirn am Rednerpult zu stehen, trägt der 47-Jährige Bau-Handschuhe und packt fast jeden Tag mit an.

In den letzten vier Wochen wurde der alte Biergarten (200 statt früher 700 Plätze) neu befestigt. Der Laubengang wird erneuert, verfaultes Holz entfernt.

Die Hofewiese in der Dresdner Heide ist Teil einer beliebten Wanderregion.
Die Hofewiese in der Dresdner Heide ist Teil einer beliebten Wanderregion.

„Das Dach ist neu gedeckt. Zum ersten Mal seit Jahren regnet es nicht rein“, so Zastrow.

Lauft alles nach Plan, startet Pfingsten die improvisierte Sommerwirtschaft. Neben einem Bierausschank soll es Bratwürste, Suppe und etwas Süßes geben. „Wir lassen uns fast ein bisschen drängen, aber ich bin noch nie auf ein Thema so oft angesprochen worden wie auf die Hofewiese“, so Zastrow.

Ein Jahr hat der Inhaber einer Event-Agentur jetzt Zeit, einen Bauantrag für das teils denkmalgeschützte Haus einzureichen. Der Unternehmer kalkuliert mit Kosten von 500 000 Euro bis zu einer Million Euro.

Ist in frühestens drei Jahren alles fertig, sollen in der Hofewiese wie früher Hochzeiten, aber auch Firmenfeiern möglich sein. Ein Erlebnishof mit Tieren ist geplant.

„Wir wollen zudem an die alte Jagd-Tradition anknüpfen. Jäger wollen wieder wie zu Königs Zeiten erlegtes Wild präsentieren. Im Gasthaus könnte in der Heide erlegtes Wild zubereitet werden“, sagt Zastrow, der im Hofladen eigenes Obst sowie Produkte aus der Region verkaufen will.

Sogar ein König hatte mal die Finger drauf

So sah die Hofewiese um 1910 aus. Zu sehen sind unter anderem der alte Laubengang und die fl orierende Sommerwirtschaft.
So sah die Hofewiese um 1910 aus. Zu sehen sind unter anderem der alte Laubengang und die fl orierende Sommerwirtschaft.

Die malerische Hofewiese mitten in der Heide wurde 1547 erstmals erwähnt.

Wenig später wurde das erste einfache Haus gebaut. 1804 kaufte der sächsische Kabinettsminister Graf Camillo Marcolini das Grundstück und ließ auf dem Terrain Sandsteinsäulen aufstellen. 1828 wurde König Anton von Sachsen neuer Eigentümer. Zeitweise wurden hier Fohlen gezüchtet.

1877 erteilte die Stadt die erste Schankkonzession. Nach der Wende verfiel das Gelände aber immer weiter. Nun ohne Schankgenehmigung wurden Bratwürste und Getränke gegen Spenden „verkauft“.

Im März 2013 wurde die Hofewiese zwangsgeräumt. Im Sommer 2015 verkaufte die Stadt für 60.000 Euro an Holger Zastrow.

So sieht der Gasthof innen aus.
So sieht der Gasthof innen aus.
Überall wird derzeit gebaut.
Überall wird derzeit gebaut.
Der Vorplatz ist schon aufgeräumt.
Der Vorplatz ist schon aufgeräumt.

Fotos: Archiv, Steffen Füssel


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