Heimat, Affären und Mord: "Bella Germania" endlich vom ZDF verfilmt

Von Björn Strauss

Mainz - Wer am heutigen Sonntag keinen Tatort anschauen mag, könnte sich beim ZDF wohlfühlen. Wo sonst sonntags seichte Pilchers oder Lindströms laufen, schickt das ZDF eine Bestseller-Familien-Saga auf Sendung, die nicht ganz so kuschlig daherkommt, wie man denken könnte.

Die Wahrheit über seinen leiblichen Vater hat Vincenzos (Kostja Ullmann) Leben im Deutschen Herbst aus den Angeln gehoben.
Die Wahrheit über seinen leiblichen Vater hat Vincenzos (Kostja Ullmann) Leben im Deutschen Herbst aus den Angeln gehoben.  © ZDF/Walter Wehner

Italien, das ist "la Familia", schöne Frauen, Vespa, Ferrari oder Piaggio, Pizza und Spaghetti, kurz Dolce Vita... so zumindest oft das Klischee. Das ZDF aber hat in die 3-teilige Mini-Serie "Bella Gemania" mehr verpackt.

Hier geht's um die Suche nach Identität, Liebe und Heimat. Das ZDF zeigt am Sonntag (10. März), Montag (11. März), sowie Mittwoch (13. März) jeweils 20.15 Uhr eine deutsch-italienische Familiengeschichte.

Es ist ein "Event-Dreiteiler" - so nennt es das ZDF selbst, der die Zeitspanne vom Wirtschaftswunder und den ersten italienischen Gastarbeitern der 50er-Jahre in Deutschland bis zur Gegenwart erzählt.

Es ist auch kein Zufall, dass "Bella Germania" kurz nach dem Frauentag im Programm landet, geht es doch im Besonderen um Frauen (schöne Frauen), um deren Rolle (zunächst nur Mama im Haushalt) und vor allem auch deren Emanzipation bis hinein ins Jahr 2019. Das gelingt auch gut, besonders wenn man den ersten Teil "geschafft" hat.

Das zunächst Seichte wird dann nämlich ab Teil 2 abgelöst von dramatischen Wendungen, Liebes- und Politik-Frust bis hin zu Mord...

Also alles drin, was ein unterhaltsamer Abend braucht. Aber Vorsicht: Macht lieber nichts nebenher - schließlich geht's durch ein Familien- Karussell, das drei Generationen umfasst. Rückblenden und verwobene Geschichten mit den alten und jungen (selben) Figuren sind ab und zu verwirrend. Rückblende hin, manche alberne Frisur her: Die Geschichte packt sicher viele!

Der junge Ingenieur Alexander verliebt sich bei einer Dienstreise 1956 unsterblich in seine italienische Übersetzerin Giulietta. Sie ist die Liebe seines Lebens.
Der junge Ingenieur Alexander verliebt sich bei einer Dienstreise 1956 unsterblich in seine italienische Übersetzerin Giulietta. Sie ist die Liebe seines Lebens.  © ZDF/Walter Wehner

Worum geht's?

In das Leben der jungen Modedesignerin Julia (Natalia Belitski) tritt unvermittelt Alexander (Christoph Letkowski, Joachim Bißmeier), der sich als ihr Großvater vorstellt. Er hofft, Kontakt zu Julias Vater Vincenzo (Stefan Kurt, Kostja Ullmann) zu bekommen.

Doch Julia glaubte bislang, ihr Vater sei nicht mehr am Leben. Hat ihre Mutter Tanja (Andrea Sawatzki, Marleen Lohse) sie belogen? Julia entdeckt eine ganz neue Familiengeschichte: Alexander verliebte sich in den 50er-Jahren unsterblich in Giulietta (Silvia Busuioc). Aus einer einzigen Liebesnacht ging Vincenzo hervor, doch Giulietta heiratete einen anderen. Als ihre Ehe problematisch wird, zieht Giulietta zu ihrem Bruder (Denis Moschitto, Alessandro Bressanello) nach München – und trifft Alexander wieder.

In den Hauptrollen spielen Natalia Belitski, Silvia Busuioc, Christoph Letkowski, Joachim Bißmeier, Kostja Ullmann, Stefan Kurt, Andrea Sawatzki, Marleen Lohse, Denis Moschitto, Alessandro Bressanello und andere. Regie führte Gregor Schnitzler. Die Drehbücher stammen von Daniel Speck, parallel dazu entstand sein gleichnamiger Roman.

Übrigens, am Sonntag, 10. März 2019, 21.45 Uhr, strahlt das ZDF im Anschluss an den ersten Teil des Films "Bella Germania – Die Dokumentation" aus. Alle drei Teile und die Doku stehen ab sofort in der >> ZDFmediathek zur Verfügung. Mit dieser Serie wird die jüngere deutsch-italienische Geschichte lebendig!

Eigentlich hat sich Giulietta (Silvia Busuioc) im Deutschland der frühen 70er gut eingelebt. Aber die Liebe zu Alexander lässt sie einfach nicht los.
Eigentlich hat sich Giulietta (Silvia Busuioc) im Deutschland der frühen 70er gut eingelebt. Aber die Liebe zu Alexander lässt sie einfach nicht los.  © ZDF/Walter Wehner

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