Wegen Krebs: Bosbach rechnet "nicht in Jahren, sondern nur noch in Wochen"

Freundlich, humorvoll, konfliktscheu und medienaffin.
Freundlich, humorvoll, konfliktscheu und medienaffin.  © dpa/ZDF

Mainz - Die ZDF-Sendung "Kessler ist..." ist immer intim, nah dran, persönlich, berührend, aufwühlend. In der ersten Folge der neuen Staffel traf Michael Kessler (50) nun Politiker Wolfgang Bosbach (65, CDU).

Wolfgang Bosbach hält mit seiner Meinung nur selten hinterm Berg. Der jüngste Skandal ist keine drei Wochen alt... Er verließ die Maischberger-Talkshow wegen Jutta Ditfurth (TAG24 berichtete) - so kennt man ihn - quasi immer geradeaus...

Kein Thema ist ihm zu unbequem. Auch nicht seine schwere Krankheit. Doch wie geht es nach der Politik weiter mit ihm, mit seiner Familie?

Michael Kessler besuchte für die ZDF-Sendung Mutter Else im heimischen Bergisch Gladbach, "geht mit einem seiner ältesten Freunde, Burkhard Unrau, auf eine Reise in die Vergangenheit des ehrgeizigen Vollblutpolitikers und wirft mit "WoBo" gemeinsam einen Blick in seine Zukunft". (Zu sehen ist die Sendung in der ZDF-Mediathek hier.)

Es hat etwas von einem Abschiedsgespräch: Wolfgang Bosbach äußert sich sehr bewegend in diesem speziellen ZDF-Format, in dem Michael Kessler selbst in die Bosbach-Rolle "kriecht".

Wolfgang Bosbach verließ jüngst die Gesprächsrunde bei Sandra Maischberger in der ARD.
Wolfgang Bosbach verließ jüngst die Gesprächsrunde bei Sandra Maischberger in der ARD.  © ARD

Es sind sehr berührende Worte, die der an Krebs Erkrankte sagt: Er "rechne nicht in Jahren, sondern nur in Wochen". Er tue sich schwer, "jetzt noch Dinge zu verschieben", so der CDU-Politiker.

Der 65-Jährige verabschiedet sich nach 23 Jahren im Bundestag aus der Politik. "Politik war sein Leben", sagt Kessler über ihn. "Was wird er ohne sie jetzt tun?"

"Das Reisen ist viel belastender als vor fünf oder zehn Jahren", sinniert er und sagt über sich selbst, er sei "ein Mensch, der heute viel öfter müde ist als in der Vergangenheit und der sich zu oft fragt, kannst du das alles schaffen, was du dir vorgenommen hast?"

Auch alte Freunde kommen zu Wort: "Es nagt an ihm, dass er nicht Minister wurde", meint sein alter Freund Wolfgang Unrau.

Und dass er viel ernster geworden sei, seit er von seiner Krebserkrankung erfahren hat. "Wie er damit umgeht, ich könnte das nicht."

Tränen in den Augen hat Bosbachs Mutter, als sie über seine Krankheit spricht. Sie bewundert ihn für seine Stärke - er trage den Kampf gegen den Krebs ganz alleine mit sich aus.

TV-Sender würden ihn am liebsten immer in ihre Talkshows einladen: Erhebungen haben ergeben, dass die Einschaltquote im Schnitt um 200.000 Zuschauer steigt, wenn Bosbach mitdiskutiert...

Der 50-jährige Kessler schlüpft in die Rollen seiner Interviewpartner, z.B. auch Conchita Wurst.
Der 50-jährige Kessler schlüpft in die Rollen seiner Interviewpartner, z.B. auch Conchita Wurst.  © ZDF

Titelfoto: dpa/ZDF


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