Anstatt in psychologischer Betreuung landet geflüchteter Kameruner in Abschiebehaft

Mainz - Für Fußball-Muffel hat das ZDF spät nachts (23.55 Uhr) etwas Besonderes in petto: eine Film-Reihe über "Flüchtlinge". Anlass ist der Weltflüchtlingstag am 20. Juni.

"Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung" macht den Anfang der ZDF-Reihe.
"Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung" macht den Anfang der ZDF-Reihe.  © ZDF/Juan Sarmiento G.

Die Welt ist momentan in Bewegung. An vielen Orten gibt es Gewalt, Krieg und Umweltprobleme. Auch mangelnde wirtschaftliche Perspektiven treiben jedes Jahr Millionen von Menschen dazu, ihre eigene Heimat zu verlassen.

Und um diese Geschichten geht es im ZDF! Den Lebensläufen dieser Menschen nähern sich die Nachwuchsregisseure des "Kleinen Fernsehspiels" in der Reihe "Auf der Flucht".

Das wird sowohl dokumentarisch als auch fiktional umgesetzt. Der Fokus liegt in erster Linie auf den Flüchtenden, deren Erlebnissen und Gefühlen, ihrer Vitalität und Ausdauer, den Traumata. Und auch ihren Bedürfnissen wird auf den Grund gegangen.

Auf der Flucht sind die Menschen der vier Filme nicht nur schutzlos Wind und Wetter, sondern vor allem auch Kriminellen und Nutznießern ihrer prekären Situation ausgeliefert.

Von Kriminellen sind Flüchtlinge abhängig. Sie benötigen auch die Hilfe der Menschen in den jeweiligen Ländern, die sie auf ihrer Flucht durchqueren oder in denen sie landen.

"Aufbruch ins Ungewisse" - ein "umgekehrtes Flüchtlingsdrama" sendete die ARD im Februar - damals im Rahmen des Themen-Abends.
"Aufbruch ins Ungewisse" - ein "umgekehrtes Flüchtlingsdrama" sendete die ARD im Februar - damals im Rahmen des Themen-Abends.  © WDR/Anika Molnár

Das zeigen ab Montagabend vier Filme. Neben allen Gefahren begleiten auch Freundschaften und Solidarität die Protagonisten auf ihrem Weg in die Fremde.

Der dokumentarische Auftaktfilm ist "Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung". Es folgen die drei Spielfilme "Implosion", "Geschwister" und "Die Flucht".

Der Berliner Filmemacher Jakob Preuss begleitete den Kameruner Paul während seiner gefährlichen und bedrückenden Reise nach Europa.

Paul, ein Migrant aus Kamerun, hat sich durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen. Dort wartet er auf eine Chance, über das Meer nach Europa zu gelangen. Paul schafft es, in einem Schlauchboot nach Spanien überzusetzen. Er überlebt – doch die zweitägige Überfahrt kostet die Hälfte seiner Mitreisenden das Leben.

Anstatt psychologischer Betreuung erwartet Paul in Spanien Abschiebehaft. Nach seiner Freilassung trifft er den Filmemacher Jakob in Granada wieder.

Wegen der Wirtschaftskrise in Südeuropa will Paul nach Deutschland weiterreisen, der ehemaligen Kolonialmacht in Kamerun und dem Land seiner Träume. Jakob muss sich entscheiden: Wird er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben helfen oder bleibt er der beobachtende Filmemacher?

Die weiteren Filme der ZDF-Reihe "Auf der Flucht – 4 Filme über eine Welt in Bewegung" sind: "Implosion" am Montag, 25. Juni 2018, 0.30 Uhr, "Geschwister" am Montag 9. Juli 2018, 0.00 Uhr und "Die Flucht" am Montag, 16. Juli 2018, 0.10 Uhr.


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