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Gefährliche Zecken-Art bedroht Sachsen!

Dresden - Professoren warnen: Sachsen wird zur Zecken-Zone. Das Risikogebiet weiterte sich von Thüringen kommend aus.
Zecken sind Überträger von Krankheiten wie Borreliose.
Zecken sind Überträger von Krankheiten wie Borreliose.

Von Katrin Richter

Dresden - Das große Krabbeln geht los - Sommerzeit ist Zeckenzeit. Die ekligen Spinnentiere können gefährliche FSME-Erreger übertragen.

Noch liegen die Risikogebiete vor allem in Bayern, Thüringen und Tschechien, doch auch nach Sachsen breitet sich die Gefahr immer weiter aus. Auch wegen befallener Wildtiere, die vor Landesgrenzen nicht halt machen, wie ein Leipziger Professor warnt.

Der Freistaat ist umzingelt von Risikogebieten für die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Das ist eine Hirnhautentzündung, die durch die kleinen Blutsauger übertragen wird.

Im vergangenen Jahr erklärte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit dem Vogtland erstmals einen sächsischen Landkreis zu einem Risikogebiet für die Erkrankung.

Veterinär-Professor Martin Pfeffer von der Uni Leipzig warnt vor einer weiteren FSME-Ausbreitung.
Veterinär-Professor Martin Pfeffer von der Uni Leipzig warnt vor einer weiteren FSME-Ausbreitung.

Voraussetzung für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass sich mehr als eine Person pro 100 000 Einwohner mit FSME ansteckt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die ein oder andere befallene Zecke aus den angrenzenden Regionen zuwandert, ist relativ groß. „Wir rechnen derzeit mit einer stetigen und weiteren Ausbreitung“, befürchtet Martin Pfeffer von der Universität Leipzig.

Nach einer Studie des Veterinärmedizinischen Instituts sind bereits eine Vielzahl von Wildtieren in Sachsen als Zeckenwirte Träger des FSME-Virus. Besonders hoch ist die Infektionsrate im Landkreis Meißen (23 Prozent), Dresden, Vogtlandkreis (beide 20 Prozent), Görlitz und Erzgebirgskreis (jeweils 10 Prozent).

2014 wurden in Sachsen 15 FSME-Erkrankungen gemeldet. Der Freistaat liegt damit an der Spitze der östlichen Bundesländer.
2014 wurden in Sachsen 15 FSME-Erkrankungen gemeldet. Der Freistaat liegt damit an der Spitze der östlichen Bundesländer.

Eine steigende Übertragung auf den Menschen scheint nur eine Frage der Zeit - Wildschweine und Rehe machen an Grenzen eben nicht halt.

Obwohl die Zecken-Saison noch sehr jung ist, steckten sich in Sachsen bereits zwei Personen mit FSME an. 2014 gab es insgesamt 15 Fälle. In den Jahren zuvor lagen die Zahlen im einstelligen Bereich (2013: neun Erkrankte).

Laut Susanne Glasmacher vom RKI ist die Zahl der deutschlandweiten Kreise, in denen sich die Viren verbreiten, auf 145 gestiegen. Neu sind zwei Kreise in Bayern (Stadtkreis Hof, Landkreis Ostallgäu) und einer in Thüringen (Landkreis Greiz).

Um auf die FSME-Impfung aufmerksam zu machen, rollen ab Juli mehrere Nahverkehrsbusse mit Zeckenwarnschildern durch den Vogtlandkreis.

Wann sollte man sich impfen lassen?

Gegen die FSME-Viren hilft nur eine Impfung. Behandeln lässt sich die Krankheit kaum.
Gegen die FSME-Viren hilft nur eine Impfung. Behandeln lässt sich die Krankheit kaum.

FSME ist eine Viruserkrankung. Die Viren gelangen durch den Zeckenstich in die Blutbahn.

Zwar verläuft die Krankheit bei den meisten Patienten eher harmlos. Bei etwa zehn Prozent der Erkrankten ist der Verlauf schwerer, es kommt zu hohem Fieber und Hirnhautentzündung, im Extremfall zu Lähmungen und Koma.

Menschen, die in Risikogebieten leben oder arbeiten, sollten sich impfen lassen. Das gleiche gilt für alle, die dorthin reisen und sich in freier Natur aufhalten.

Für einen Komplettschutz sind drei Impfstoffgaben komplett abgetöteter Viren notwendig. Die FSME-Impfung kann jeder Haus- oder Kinderarzt geben.

Mehr Infos: www.rki.de/fsme

Bei der Borreliose zählt jede Minute

Meist macht sich die Krankheit mit roten Ringen um den Stich bemerkbar.
Meist macht sich die Krankheit mit roten Ringen um den Stich bemerkbar.

Eine weitere von Zecken übertragene Krankheit ist die von Bakterien verursachte Borreliose. Die Infektion beginnt oft (aber nicht immer!) mit einem roten Ring um den Zeckenstich herum.

Typische Risikogebiete für Borreliose gibt es nicht - und auch keine Schutzimpfung. Je schneller die Zecke entdeckt und entfernt wird, umso geringer ist das Risiko einer Borreliose-Infektion.

Um auf einen Wirt zu gelangen, wartet die Zecke in einer Höhe von weniger als einem Meter, bis ein Tier oder ein Mensch vorbeikommt, an dem sie sich bei Kontakt innerhalb von Sekundenbruchteilen festkrallt.

Weder fallen Zecken von Bäumen noch können sie springen.

Fotos: imago stock[&]people, Heinz Patzig, Patrick Pleul

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