Uns droht ein Zecken-Sommer! Forscher erwarten neue Rekordzahlen

Braunschweig - Experten schlagen Alarm: 2018 soll ein echtes Zeckenjahr werden. Damit geht natürlich auch ein erhöhtes Infektionsrisiko einher. Entsprechender Schutz ist umso wichtiger.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Zecken in diesem Sommer besonders aktiv sein werden.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass Zecken in diesem Sommer besonders aktiv sein werden.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir werden die höchste Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren haben", prognostiziert Forscher Gerhard Dobler vom Deutschen Zentrum für Infektionsfoschung im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Seit 2009 forscht er zur Ausbreitung des FSME-Virus in Deutschland.

Auf der Grundlage eines Modells, das es ermöglicht, die Zeckendichte für den jeweils kommenden Sommer bereits im Winter vorauszusagen, ist sich Dobler sicher: In diesem Jahr wird mit einer "insgesamt besonders hohen" Zahl zu rechnen sein. Damit steigt auch das Risiko, sich mit den von Zecken übertragenen Krankheiten zu infizieren.

Während man sich gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen kann, gibt es diese Möglichkeit der Vorbeugung für die Borreliose nicht. Sie wird, je nach Stadium der Infektion, in den meisten Fällen mit Antibiotika behandelt.

Eine spezielle Therapie gegen FSME gibt es hingegen nicht. Deshalb sollten Menschen vor allem in FSME-Risikogebieten gewarnt sein. Dort tragen mehr Tiere den Virus in sich als in anderen Regionen. Aktuell werden 156 Kreise in Deutschland als solche Risikogebiete eingestuft. Auf zecken.de gibt es eine genaue Aufstellung.

Wer sich im Freien aufhält und gegen die Blutsauger schützen will, sollte lange Hosen und langärmlige Kleidung tragen. Außerdem ist es sinnvoll, den Körper regelmäßig nach Bissen abzusuchen, denn die Zecke ist ein langsames Tier und wandert auf der Suche nach einer gut durchbluteten Stelle über die Haut.

Auch Sprays oder Cremes können gegen Zecken helfen. Spätestens nach drei Stunden sollte das jeweilige Mittel allerdings neu aufgetragen werden, um den Schutz zu erneuern.


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