Zehn Parteien auf dem Wahl-Prüfstand: Wie könnte Chemnitz in fünf Jahren aussehen?

Chemnitz - Endspurt heißt es für die zehn Parteien, die mit ihren knapp 400 Kandidatinnen und Kandidaten am Sonntag in den Chemnitzer Stadtrat einziehen wollen. Wie stellen Sie sich Chemnitz in fünf Jahren vor? TAG24 hat mit Kandidaten gesprochen und ihre Wahlprogramme unter die Lupe genommen.

Chemnitz hat am Sonntag die Wahl - was sind die Pläne der Parteien für unsere schöne Stadt?
Chemnitz hat am Sonntag die Wahl - was sind die Pläne der Parteien für unsere schöne Stadt?  © Uwe Meinhold

CDU

"Heute glaubt halb Deutschland, in Chemnitz schlagen wir uns gegenseitig täglich die Köpfe ein. Links- gegen Rechtsextreme auf einem Haufen. Was wir brauchen, ist eine starke Mitte", so die Chemnitzer CDU.

Die Christdemokraten wollen eine Waffenverbotszone in der Innenstadt einrichten. Alle Stadtteile sollen medizinisch versorgt sein und es wird eine internationale Schule in Chemnitz geben.

Die Partei

"Nach fünf Jahren Alleinherrschaft versprechen wir uns und den Wählenden mehr Spätis als Pflegeheime in der Stadt, kostenlosen E-ÖPNV und die finale Umsetzung des Kinderbetreuungssystems Rent-a-Rentner für Familien mit Schwerbekindertenanspruch.

Auch werden wir die CWE endlich über die Treuhand abgewickelt haben und Herrn Runkel in die verdiente Zwangsrente schicken", kündigt Sebastian Cedel (35) von der Sartirepartei "Die Partei" an.

Vosi

"Bürgerbeteiligung" steht für die Wählervereinigung Volkssolidarität (Vosi) an erster Stelle. Aufgrund der prekären Hausarztsituation in Chemnitz will die Vereinigung ein eigenes Notversorgungs-Zentrum gründen. Fachkräfte sollen künftig noch stärker durch günstigen Wohnraum nach Chemnitz gelockt werden.

Die Vosi will gegen den Ärztemangel ein eigenes Notversorgungs-Zentrum gründen.
Die Vosi will gegen den Ärztemangel ein eigenes Notversorgungs-Zentrum gründen.  © Marijan Murat/dpa

SPD

Als traditionelle Arbeiterpartei will die SPD in Chemnitz vor allem in den Bereichen "Arbeit, Wirtschaft, Digitalisierung" punkten.

Chemnitz als attraktiver Standort, Gleichberechtigung von Gewerkschaften und Arbeitgebern sowie die Ansiedlung und Gründung neuer Digitalunternehmen stehen auf der Prioritätenliste der Sozialdemokraten ganz oben.

AfD

Die AfD will Chemnitz familienfreundlicher, sicherer und sauberer machen. Das sagt Stadtratskandidat Nico Köhler (43). "Wir fordern kostenloses Schulessen, ein Sozialticket für Kinder, Jugendliche und Rentner sowie ein gezieltes Vorgehen des Stadtordnungsdienstes gegen Umweltverschmutzer", so Köhler.

Linke

Die Linke setzt sich vor allem für soziale Gerechtigkeit in allen Stadtteilen ein. Kinder- und Altersarmut bekämpfen ist eines ihrer primären Ziele.

Alle 39 Chemnitzer Stadtteile soll der gleichberechtigte Zugang zu Gesundheit, Bildung und kostenlosen öffentlichem Nahverkehr ermöglicht werden.

Die FDP will sich um WLAN an Chemnitzer Schulen kümmern.
Die FDP will sich um WLAN an Chemnitzer Schulen kümmern.  © Friso Gentsch/dpa

FDP

Die FDP will vor allem die Digitalisierung in Chemnitz vorantreiben. Eine Chemnitzer Bürger-App und die Ausstattung des ÖPNV mit kostenfreiem WLAN steht bei den Liberalen ganz oben auf der Prioritätenliste.

Auch Chemnitzer Schulen will die FDP mit WLAN ausstatten. Car- & Bikesharing soll ausgebaut, die Anbindung der Region Chemnitz an den Fernverkehr verbessert werden.

Grüne

Die Grünen stellen sich ein Leben im Schatten der neu gepflanzten Straßenbäume und am Ufer der Chemnitz vor. Zu Fuß, per Rad und mit Bus und Bahn können alle Ecken der Stadt und das Umland preiswert entdeckt und erreicht werden.

Der Stadtrat diskutiert über die durch die Bürgerinnen und Bürger per App vorgeschlagenen Ideen zur Umnutzung von leerstehenden Autoparkhäusern. Die neue Fernverkehrsanbindung bringt sportbegeisterte Fans und Kulturinteressierte in die Stadt.

Pro Chemnitz

"Für Freiheit, Heimat, Zukunft!" ist das Motto von Pro Chemnitz. Geht es nach der Bürgerbewegung, werden Entscheidungen in Chemnitz und bundesweit in Zukunft per Volksabstimmung getroffen.

Und alle Autos fahren weiterhin mit Diesel, es gibt keine Zuwanderer mehr und auch kein 5G-fähiges Internet.

Chemnitz für alle

"Chemnitz für alle" heißt die Wählervereinigung, die aus der Piratenpartei hervorgegangen ist und in diesem Jahr erstmalig in den Stadtrat will. Ein deutlich verbessertes Radwegenetz in Chemnitz, geschlossene rechte Plattenlabels und Kleiderläden, zahlreiche Festivals und kulturelle Veranstaltungen in der Innenstadt, auf denen alle Chemnitzer friedlich miteinander feiern.

So stellt sich Stadtrat Toni Rotter (31) ein Leben in Chemnitz vor, wenn seine Wählervereinigung erfolgreich ist.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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