Das sind die zehn schlechtesten Kinofilme des Jahres 2019

Deutschland - Auf dieser Liste will keiner stehen! Doch auch sie gehört dazu: Die zehn schlechtesten Kinofilme des Jahres 2019. Es gibt allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weil heiße Anwärter wie "Tal der Skorpione", "After Passion" und "Berlin, I Love You" ganz bewusst ausgelassen wurden. Knapp "gescheitert" sind der furchtbar langweilige Dokumentarfilm "Erde" und die öde Musicalverfilmung "Cats".

Platz 10: Manhattan Queen

Diese Komödie hätte sich Jennifer Lopez lieber sparen sollen! "Manhattan Queen" trieft nämlich vor Klischees über und ist dazu auch noch erschreckend oberflächlich.

J. Lo spielt in diesem Standardfilm Maya aus der Unterschicht, der eine Beförderung vorenthalten wird. Der Sohn ihrer besten Freundin Joan (Leah Remini) frisiert ihren Lebenslauf, sodass sie von einer großen Firma eingestellt wird und sich dort zu behaupten versucht.

Lopez wird schon zu Beginn so glamourös in Szene gesetzt, dass man ihr die Rolle nicht abkauft. Als wäre all das noch nicht genug, sorgen die lahmen Gags zusätzlich für Langeweile, weil sie ausgelutscht sind, ihnen das Timing fehlt und deshalb keine witzigen oder auch nur unterhaltsamen Momente entstehen. Daran hat auch das uninspirierte Drehbuch einen großen Anteil.

So gibt es zwar ein paar solide Einzelszenen, insgesamt ist diese Komödie von der Stange aber zäh, uninteressant und trotz J. Lo und ihrer guten Freundin Leah Remini (Carrie in der TV-Serie "King of Queens") schwach. (>>TAG24-Kritik zu "Manhattan Queen")

Die Freundinnen Leah Remini (l.) und Jennifer Lopez können "Manhattan Queen" nicht retten.
Die Freundinnen Leah Remini (l.) und Jennifer Lopez können "Manhattan Queen" nicht retten.  © PR/Metropolitan Filmexport

Platz 9: Der Spitzenkandidat

Ein spannendes Polit-Drama? Weit gefehlt! Trotz namhafter Besetzung und Regisseur Jason Reitman ("Juno", "#Zeitgeist", "Up in the Air") ist "Der Spitzenkandidat" ein Reinfall.

Das ist schade, beruht der Film doch auf der wahren Geschichte des US-Senators Gary Hart (Hugh Jackman), der 1988 als Präsidentschaftskandidat der Demokraten ins Rennen gehen sollte. Doch er unterschätzte die Macht der Medien, die im Wandel waren und seine Affären aufdeckten.

Diese an sich spannende Story wurde erschreckend schlecht umgesetzt, sodass man zu keinem Zeitpunkt mitfiebern kann. Der hektische Beginn voller lauter Meetings, in denen die Menschen durcheinander schreien, der sprunghafte Schnitt und die öde Inszenierung haben zur Folge, dass man viel Sitzfleisch benötigt, um die 114 Minuten halbwegs interessiert zu bleiben.

Denn zu viele uninteressante Details und Nichtigkeiten stehen im Mittelpunkt, während das große Ganze und vor allem eine gute Charakterentwicklung viel zu selten im Fokus stehen, was die wohl größte Schwäche ist. Da können die Schauspieler noch so stark anspielen: Hier stehen sie auf verlorenem Posten. (>>TAG24-Kritik zu "Der Spitzenkandidat")

Die Geschichte rund um den demokratischen US-Senator Gary Hart (Hugh Jackman) wurde chaotisch umgesetzt.
Die Geschichte rund um den demokratischen US-Senator Gary Hart (Hugh Jackman) wurde chaotisch umgesetzt.  © PR/Copyright 2018 Sony Pictures Entertainment Deut

Platz 8: Manou, flieg' flink

Der schlechteste Kino-Animationsfilm des Jahres kommt aus Deutschland: "Manou, flieg' flink" hat trotz wertvoller Botschaften keinen roten Faden, dadurch bedingt keine stringente Geschichte und ist deshalb schwere Kost. Schon nach wenigen Minuten ist ein deutlicher Klassenunterschied zu Filmen von Disney Pixar erkennbar - und zwar in jederlei Hinsicht.

Denn der Film rund um den kleinen Mauersegler, der als Ei verloren ging und von Möwen aufgenommen wird, wirkt wie eine Rohfassung. Die Umschnitte sind hart, der Bewegungsablauf der billig animierten Figuren unrund, die Kämpfe und Jagden lahm inszeniert und der Humor einfallslos. Da helfen auch ein paar schöne Landschaftsanimationen nicht.

Dadurch wirken die 88 Minuten Laufzeit deutlich länger. Wenn dieses öde Werk endlich zu Ende ist, macht sich vor allem ein Gefühl breit: Erleichterung. (>>TAG24-Kritik zu "Manou, flieg' flink")

Manou (Zweiter von links) und seine Mauersegler-Freunde sind für heutige Verhältnisse schlecht animiert. Aus ihren Gesichtern Emotionen herauszulesen, ist eine Kunst.
Manou (Zweiter von links) und seine Mauersegler-Freunde sind für heutige Verhältnisse schlecht animiert. Aus ihren Gesichtern Emotionen herauszulesen, ist eine Kunst.  © PR/Copyright Kinostar Filmverleih GmbH

Platz 7: Rocketman

Äußerst zähe Angelegenheit! Das Biopic "Rocketman" reißt emotional überhaupt nicht mit und ist wegen seiner sperrigen Inszenierung äußerst langatmig.

Dabei geht es mit Elton John um einen der schillerndsten Musiker unserer Zeit. Doch der Film vermag seinen Geist nur bedingt einzufangen. Denn viele der Figuren sind unsympathisch, was auch am schwachen Drehbuch und Schnitt liegt, durch die man nie wirklich mit dem Film warm wird.

Das ist bedauerlich, da Elton Johns Lebensgeschichte rund um die Themen Homosexualität, Identität, Alkoholabhängigkeit und Drogen so viel mehr Potenzial gehabt hätten.

Das wird hier jedoch in nahezu jederlei Hinsicht verschenkt. Lediglich die starke Leistung von Hauptdarsteller Taron Egerton ist ein Lichtblick. Doch retten kann er dieses trübe Werk nicht.

Selbst der überzeugende Taron Egerton als Elton John kann aus "Rocketman" keinen guten Film machen.
Selbst der überzeugende Taron Egerton als Elton John kann aus "Rocketman" keinen guten Film machen.  © PR/Copyright Paramount Pictures

Platz 6: Der Goldene Handschuh

Fatih Akins Film polarisiert! Vor allem die Darstellung der Gewalt sorgte für heftige Diskussionen. Dabei sollte vor allem über die Qualität gesprochen werden. Die lässt nämlich in jederlei Hinsicht zu wünschen übrig.

Die Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka (Jonas Dassler), der in der Hamburger Kiezkneipe "Zum Goldenen Handschuh" ein- und ausging und durch einen schweren Autounfall entstellt war, hat nämlich große Schwächen. Zwar wird blutrünstig gezeigt, wie er unter andauerndem Alkoholeinfluss zum brutalen Killer wurde, doch er wird als Bestie und Monster ohne eine Spur von eine Spur von Menschlichkeit dargestellt.

Erklärungsansätze, wie er zu einem Serienmörder wurde, sucht man in diesem geisteskranken Drama vergeblich. Akin konzentriert sich lieber auf möglichst viele eklige Szenen, die ihre Wirkung aber verfehlen und nie vollends schocken, weil man durch seine Art der Inszenierung mit Honka und den anderen, durch und durch unsympathischen und abstoßenden Figuren, nichts anfangen kann.

Die Verlierer der Verlierer haben kein Charisma, auch die Dialoge zwischen ihnen sind eintönig. Authentisch zwar, aber zu keiner Zeit mitreißend. Deshalb betrachtet man diesen mutigen, aber völlig fehlgeschlagenen Film aus der Ferne und ist ernüchtert, weil das Potenzial nicht nur anhand des Make-ups, Szenebilds und der Atmosphäre ersichtlich ist, aber überhaupt nicht ausgeschöpft wurde.

Fritz Honka (Jonas Dassler) ermordete mehrere Frauen auf grausame Art und Weise.
Fritz Honka (Jonas Dassler) ermordete mehrere Frauen auf grausame Art und Weise.  © PR/Copyright Warner Bros. GmbH

Platz 5: Killerman

Warum ausgerechnet dieser unterklassige Thriller in Heimkino-Zeiten in die Kinos kam (und dort natürlich floppte), ist und bleibt ein Rätsel.

Die Geschichte ist nämlich äußerst simpel und fügt dem Genre nicht das kleinste neue Detail hinzu: Moe Diamond (Liam Hemsworth) und Skunk (Emory Cohen) arbeiten für dessen Onkel, den Gangsterboss Perico (Zlatko Buric). Als sie 20 Millionen Dollar von ihm waschen sollen, machen sie das nicht, sondern stecken das Geld lieber in einen Kokaindeal, bei dem alles schiefläuft...

Eine Rachethriller-Story, wie man sie schon Hunderte Male gesehen hat - und in den meisten Fällen deutlich besser. Denn das Niveau ist trotz bekannter Schauspieler extrem niedrig. Die Figuren sind schablonenhaft, weil ihnen Hintergrund, Tiefe, Eigenständigkeit, Glaubwürdigkeit, Ecken und Kanten fehlen.

Das liegt auch am einfallslosen Drehbuch, schwachen Dialogen und einer holprigen Dramaturgie, in der es zwar überraschende Wendungen gibt, aber nur, weil diese nicht ansatzweise vorbereitet wurden und den Film jegliche Glaubwürdigkeit kosten. Dazu kommen eine unübersichtliche Kameraführung und billige Spezialeffekte, die das ganze im negativen Sinne abrunden´. (>>TAG24-Kritik zu "Killerman")

Moe Diamond (Liam Hemsworth) sinnt nach einem schief gelaufenen Kokain-Deal auf Rache.
Moe Diamond (Liam Hemsworth) sinnt nach einem schief gelaufenen Kokain-Deal auf Rache.  © PR/WILD BUNCH GERMANY GmbH

Platz 4: My Zoe

Gefährlich! Selten war ein Drama moralisch so verachtenswert wie "My Zoe"! Der Film von Julie Delpy, die auch die Hauptrolle spielt, präsentiert das Klonen von Embryos vorbehaltlos als gute Sache. All die Risiken, die damit einhergehen, werden (bewusst?) außer Acht gelassen.

So macht sich Delpys Filmfigur Isabelle Perrault (Delpy) nach dem Tod ihrer Tochter auf den Weg nach Moskau, um sich von Dr. Fischer (Daniel Brühl) künstlich mit den Zellen Zoes befruchten zu lassen.

Der Film, der nur ganz am Rande erwähnt, dass er im Jahr 2024 spielt und daher ein Science-Fiction-Drama ist, ist vor allem eines: Extrem anstrengend.

Perrault und ihr Ex-Mann James (Richard Armitage) können sich nicht leiden und streiten sich beinahe durchgehend, was nervtötend, uninteressant und langweilig ist. Denn die Figuren sind schlecht dargestellt, weshalb sie die Zuschauer zu keinem Zeitpunkt in die ohnehin holprig vorgetragene Geschichte hineinziehen können.

Auch Drehbuch, Dialoge und die vermittelten Botschaften haben große Schwächen, weshalb "My Zoe" zu den schlechtesten und vor allem ärgerlichsten Filmen des Jahres zählt. (>>TAG24-Kritik zu "My Zoe")

Isabelle Perrault (Julie Delpy) ist von Beginn an eine Filmfigur, mit der man als Zuschauer nicht warm wird, obwohl ihre Motive durchaus nachvollziehbar sind.
Isabelle Perrault (Julie Delpy) ist von Beginn an eine Filmfigur, mit der man als Zuschauer nicht warm wird, obwohl ihre Motive durchaus nachvollziehbar sind.  © PR/Copyright Warner Bros. GmbH

Platz 3: Im Netz der Versuchung

Wirrer war kein Film in diesem Jahr! Deshalb verfängt sich das Werk des sonst so großartigen Regisseurs Steven Knight ("No Turning Back", "Redemption - Stunde der Vergeltung") nach interessantem Beginn heillos in einem Netz aus Handlungssträngen, aus dem es nicht wieder hinausfindet. Stattdessen wird "Serenity", wie er im Original heißt, mit jeder Wendung abstruser, unglaubwürdiger und ist am Ende sogar im unfreiwillig komischen Bereich

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der erfolglose Fischer Baker Dill (Matthew McConaughey), der sich sein Geld auf der abgelegenen, wunderschönen Insel Plymouth Island damit verdient, Touristen zum Angeln hinaus aufs Meer zu fahren. Er selbst ist auf der Suche nach einem legendären und riesigen Thunfisch, den er nie zu fassen bekommt. Seine Ex (Anne Hathaway) und deren Schläger-Freund (Jason Clarke) stellen alles auf den Kopf.

Doch das Starensemble wird vom Drehbuch und dem Schnitt ausmanövriert und mitunter gar in die Lächerlichkeit gezogen, was im negativen Sinne ein Kunststück ist.

Deshalb macht sich neben Fassungslosigkeit über das verschenkte Potenzial schnell Langeweile breit. So ist man froh, wenn diese ermüdende Angelegenheit endlich ihr Ende findet. (>>TAG24-Kritik zu "Im Netz der Versuchung)

Vor allem Matthew McConaughey wird vom Schnitt und Skript in die Lächerlichkeit gezogen, was bei einem Schauspieler von seiner herausragenden Qualität ein Kunststück ist - im negativen Sinne!
Vor allem Matthew McConaughey wird vom Schnitt und Skript in die Lächerlichkeit gezogen, was bei einem Schauspieler von seiner herausragenden Qualität ein Kunststück ist - im negativen Sinne!  © PR/Copyright IM Global

Platz 2: Head Full of Honey

Til Schweiger rechnete fest mit einem Erfolg, doch sein US-Remake von "Honig im Kopf" wurde sein größter Flop. Zurecht. Denn er ist dem guten Original in allen Belangen unterlegen.

Schweiger kopiert bei sich selbst und fügt der neuen Version nichts hinzu, es gibt also überhaupt keinen Grund, sich diesen Film anzusehen. Der Mittsiebziger Amadeus (Nick Nolte) muss den Verlust seiner Frau verkraften. Nach drei Monaten zieht er endlich zu seinem Sohn Nick (Matt Dillon), dessen Frau Sarah (Emily Mortimer) und deren Tochter Matilda (Sophie Lane Nolte), ist erkennbar verwirrt und daher auf fremde Hilfe angewiesen.

Hier werden dann doch die ersten Unterschiede zu "Honig im Kopf" deutlich: Das Remake ist - was nicht nur an der durchwachsenen deutschen Synchronfassung liegt - schwerfällig und ermüdend. So ist Sarah, die von Emily Mortimer gespielt wird, eine der abstoßendsten und nervigsten Filmfiguren der letzten Jahre! Und das selbst, wenn man die versierte Schauspielerin mag. Ihr ständiges Gekeife geht einem mächtig auf den Zeiger. Auch ihr späterer Wandel überzeugt nicht.

Zumal Matt Dillon seine Sache als andauernd beschwichtigender Gegenpart, der die Krankheit seines Vaters nicht wahrhaben will, nicht besser macht. Das liegt auch an Schweigers Regie-Führung, seinem schlechten Skript und dem ausbaufähigen Casting.

Auch das letzte Drittel wird nicht besser, sondern steckt voller Kitsch und Klischees. Schweiger schafft es außerdem nicht, den feinfühligen Ton des Originals zu treffen. Stattdessen wird Noltes Charakter vom Skript und den Dialogen sogar stellenweise ins Lächerliche gezogen.

Deshalb ist das quälend lange Werk (132 Minuten Laufzeit) ein filmischer Rohrkrepierer geworden. (>>TAG24-Kritik zu "Head Full of Honey")

Nick Nolte wird vom schlechten Drehbuch, dem unangemessen anzüglichen Humor und den einfältigen Dialogen mitunter ins Lächerliche gezogen.
Nick Nolte wird vom schlechten Drehbuch, dem unangemessen anzüglichen Humor und den einfältigen Dialogen mitunter ins Lächerliche gezogen.  © PR/Copyright Warner Bros France

Platz 1: Breakthrough - Zurück ins Leben

Mit Abstand der schlechteste Film des Jahres! Manipulativ, unsympathisch und nervtötend kommt das Kirchen-Wunder-Drama daher.

Das liegt nicht nur an der anstrengenden Hauptdarstellerin Chrissy Metz, sondern auch an ihrer furchtbaren Figur, die auf einer realen Person beruht. Metz spielt die strenggläubige Christin Joyce, die um ihren Adoptivsohn John (Marcel Ruiz) bangt, als der im Eis einbricht und im Krankenhaus bereits für tot erklärt wird. Sie betet - und schon hat er wieder Puls!

Von solch hanebüchenen Szenen gibt es übrigens Dutzende. So wird beispielsweise auch ein Feuerwehrmann auf äußerst klischeehafte Weise bekehrt. In anderen Sequenzen wird (mit sogar recht effektiven Mitteln) auf die Tränendrüse gedrückt.

Dazu wird der feste Glaube an einen christlichen Gott als einzig wahre Lebensmöglichkeit dargestellt, weshalb "Breakthrough" auch noch Intoleranz vorzuwerfen ist. Mit welcher Dreistigkeit er die Zuschauer zu beeinflussen versucht, ist eine Frechheit!

Dazu bedient er zahllose Klischees, ist kitschig und aufdringlich. Viel mehr kann man nicht tun, um der schlechteste Film des Jahres zu sein. Diese Auszeichnung hat sich das Werk von Regisseurin Roxann Dawson redlich verdient. (>>TAG24-Kritik zu "Breakthrough - Zurück ins Leben")

"Breakthrough - Zurück ins Leben" ist noch vor "Head Full of Honey" der schlechteste Film des Jahres geworden.
"Breakthrough - Zurück ins Leben" ist noch vor "Head Full of Honey" der schlechteste Film des Jahres geworden.  © PR/Copyright Fox Deutschland

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