Zehnter Jahrestag: Winnenden erinnert an Amoklauf-Opfer

Winnenden - Am zehnten Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden wird dort erneut der Opfer gedacht.

Ein Denkmal erinnert an die Opfer des Amoklaufs in der Nähe der Albertville-Realschule.
Ein Denkmal erinnert an die Opfer des Amoklaufs in der Nähe der Albertville-Realschule.  © DPA

Um 9.33 Uhr an diesem Montag läuten in der Kleinstadt nahe Stuttgart wie in den vergangenen Jahren alle Kirchenglocken. Zu dieser Zeit ging am 11. März 2009 der erste Notruf bei der Polizei ein.

Ein ehemaliger Schüler war damals in die Albertville-Realschule eingedrungen und hatte mit der Pistole seines Vaters das Feuer eröffnet. Er ermordete acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen während des Unterrichts.

Auf seiner Flucht nach Wendlingen erschoss der 17-Jährige drei weitere Menschen und anschließend sich selbst.

An einer Gedenkstätte in Sichtweite der Schule werden die Namen der Ermordeten und ihr Alter verlesen.

Die meisten waren 15 oder 16 Jahre alt. Zu der Gedenkfeier wird auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) erwartet. Später sind Gottesdienste geplant.

Die Grünen und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordern zehn Jahre nach dem Amoklauf eine weitere Verschärfung des Waffenrechts. "Auch zehn Jahre nach dem schrecklichen Amoklauf von Winnenden hat die Bundesregierung immer noch nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen und den privaten Besitz von Schusswaffen schärfer reglementiert", sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). Waffen in privatem Besitz müssten stärker eingeschränkt werden.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, sagte dem Bericht zufolge: "Die Opfer mahnen uns, dass Gewalt und Waffen keine Problemlösungen sind." Er plädierte für ein rigides Waffenrecht, damit Waffen nicht in die falschen Hände gerieten.

Update 11.45 Uhr

Schüler stehen während der Gedenkfeier in einer Menschenkette.
Schüler stehen während der Gedenkfeier in einer Menschenkette.

Zum zehnten Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen haben Hunderte Menschen der Opfer gedacht.

Schüler der Albertville-Realschule in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) bildeten von dort eine Menschenkette zur nahe gelegenen Gedenkstätte, wo Angehörige und Bewohner der Stadt zum Trauern zusammenfanden.

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (CDU) sagte in seiner Rede am Montag: "An diesem Tag rücken wir in Winnenden seit zehn Jahren besonders eng zusammen."

Zugleich rief er dazu auf, sich bewusst zu machen, dass auch in vielen anderen Orten der Welt Amokläufe, Terrorakte oder Kriegshandlungen geschehen. "Zehn Jahre nach dem Ereignis von 2009 wünsche ich uns und allen Menschen auf unserem Planeten weiterhin die notwendige Achtsamkeit, um auch in Zukunft gut miteinander leben zu können."

Nach der Rede des Oberbürgermeisters wurden Namen der Getöteten verlesen.

Titelfoto: DPA

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