Auf Winterzeit: Roy musste heute seine über 5000 Uhren umstellen

Chandlers Ford (Großbritannien) - Das ist nichts für schwache Nerven: Zwei Mal im Jahr hat ein Brite richtig zu tun. Immer dann, wenn wieder die Zeit umgestellt wird, muss er seine über 5000 Uhren wieder richtig stellen.

 Über 5000 Uhren muss Roy West am Sonntag wieder zurückstellen. (Symbolbild)
Über 5000 Uhren muss Roy West am Sonntag wieder zurückstellen. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Roy West aus Chandlers Ford in Hampshire hat ein ungewöhnliches Hobby oder besser gesagt einen Tick-(Tack). Er sammelt Uhren und das schon seit fast 40 Jahren.

Über 5000 Exemplare sind inzwischen zusammengekommen und pflastern nahezu jeden Quadratzentimeter der Zweiraumwohnung zu.

Unter anderem besitzt der 75-Jährige 30 Nacht-, 60 Badezimmer- und 25 Westminster-Uhren. Die läuten aller fünf Minuten.

Doch zwei Mal im Jahr hat Roy ein Problem, nämlich dann, wenn die Zeit entweder vor- oder zurückgestellt wird.

Gegenüber "Metro" sagt er: "Ich fange im Schlafzimmer an, weil ich dort die meisten habe. Allein der Raum dauert anderthalb Stunden."

Nach und nach arbeitet er sich dann durch seine Wohnung. Für das Wohnzimmer braucht West eine Stunde, genauso wie fürs Gästezimmer: "Es ist ein langer Job, aber es macht mir nichts aus. Ich möchte nicht, dass eine meiner Uhren falsch geht."

Als früher noch seine 68-jährige Frau dafür verantwortlich war, dauerte die gesamte Prozedur insgesamt drei Tage.

Alles begann damit, dass sein Chef eine Uhr in den Müll schmiss

Das würde Roy West nie passieren, jede Uhr geht anders.
Das würde Roy West nie passieren, jede Uhr geht anders.  © 123RF Yuriy Chaban

Die Sammelleidenschaft begann 1980 durch einen Zufall. Sein Chef hatte eine Uhr in den Müll geworfen, weil sie angeblich nicht mehr funktionierte. Doch ein Satz neuer Batterien tat Wunder.

Von da an konnte Roy West nicht mehr die Finger von den tickenden Zeitanzeigern lassen. Immer wieder kamen neue hinzu und inzwischen ist er bei besagten 5000 Stück angekommen.

Damit die nicht stehen bleiben, bringt seine Frau Pauline laut "Sun" von jedem Einkauf frische Batterien mit.

Auf die Frage, ob irgendwann ein Ende der Sammelwut in Sicht ist, sagt er: "Ich werde nie aufhören, Uhren zu kaufen. [...] (Ich werde versuchen) in meiner Wohnung mehr an die Wände zu bringen. Ich werde sie neu anordnen, damit ich mehr hinquetschen kann."

Das ist auch dringend nötig, denn inzwischen sind einige schon im Haus eines Familienmitglieds zwischengelagert.

Doch was ist eigentlich mit dem eindringlichen Ticken der tausenden Uhren? Dazu meint Roy nur: "Ich nehme den Lärm nicht zur Kenntnis. Ich habe 30 neben dem Bett und noch mehr an den Wänden im Schlafzimmer, man gewöhnt sich einfach dran."

Für ihn mag das zutreffen, was aber seine Nachbarn dazu sagen, ist nicht bekannt.


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