Wenn Aues Sportdirektor mit Spielerberatern telefoniert...

Sportdirektor Steffen Ziffert.
Sportdirektor Steffen Ziffert.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Steffen Ziffert (50) hat seine ersten Wochen als Sportdirektor des FC Erzgebirge hinter sich. „Eine aufregende, sehr lehrreiche Zeit“, sagt er.

Nachwuchsleiter, Co-Trainer, Sportdirektor. Der Aufstieg von Ziffert dauerte kein Jahr. Nun hat er das sportliche Sagen bei den „Veilchen“.

Ein Job, der ihm sichtlich Spaß macht, der ihn anstrengt, aber auch lehrt, wie man mit Niederlagen umgeht. „Das ist früher wie auf dem Fußballfeld.

Das musst du schaffen, sonst kommst du nicht weiter. Aus jeder Niederlage lernt man auch.“ Gemeint sind in diesem Falle Spieler, die er sich für die Mannschaft gewünscht, aber nicht bekommen hat.

Gerade der Fall Rico Benatelli war ein Lehrbeispiel für ihn. Über fünf Wochen zog sich der Poker. „Am Ende musst du für dich dann auch selbst einen Schlussstrich ziehen, sonst verlierst du dein Gesicht.“

Auf die Frage, was Ziffert denn seit seinem Amtsantritt am häufigsten gemacht hat, kommt ein Wort: „Telefonieren“. Das Team neu zusammenzustellen kostete Energie, Zeit und einen belastbaren Handy-Akku. „Ich habe einen Tag lang mal gezählt. Da habe ich 77 Telefonate geführt. Da weißt du abends nicht mehr, wo dir der Kopf steht“, schmunzelt er.

Telefonieren mit Spielerberatern - eine nicht immer angenehme Angelegenheit. „Du lernst schnell, welche Berater sehr seriös arbeiten und welche nicht. Das merkst du auch daran, dass die eigenen Spieler im Berater-Pool immer die besten von allen sind. Dann wunderst du dich, warum die einen Monat später immer noch auf dem Markt sind.“

Max Wegner war der 12. Neuzugang unter seiner Regie. Aber noch nicht das Ende. „Wir suchen noch, halten die Augen offen.“ Und das Handy ans Ohr. Sicherlich noch paar Stunden.

Foto: Picture Point


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