Hier lernen 500 Kinder Zirkus machen!

Für die Kinder ist der Zirkustag ein Riesenspaß.
Für die Kinder ist der Zirkustag ein Riesenspaß.

Chemnitz - Es ist eines der erfolgreichsten überlebenden Projekte der wilden Wiedervereinigungszeit: Das Chemnitzer Schulmodell. Mit einem Geburtstagszirkus feiert die Gesamtschule heute ihr 25-jähriges Jubiläum.

450 Kinder zeigen von 9 bis 19 Uhr, was sie unter Anleitung von Profis gelernt haben. Die professionelle Unterstützung liefert der Weimarer Kinder- und Jugendzirkus Tasifan.

„2006 haben unsere Schüler gemeinsam mit ihm einen ,Weltzirkus‘ gemacht. Das kam sehr gut an und wir dachten uns, das machen wir zum Jubiläum einfach nochmal“, sagt Schulleiter Jens Berger (59).

Seit Montag erproben sich die Schüler als Zirkusartisten. Balance-Disziplinen wie Slacklining (balancieren auf Seil), Einradfahren und Trapez-Übungen stehen auf dem Plan.

Nicht nur Clowns gehören zum Zirkus, auch akrobatische Einlagen. Die fehlen auch im Kinderzirkus nicht.
Nicht nur Clowns gehören zum Zirkus, auch akrobatische Einlagen. Die fehlen auch im Kinderzirkus nicht.

Das Zirkusleben lässt sich übrigens gut ins Schulmodell-Konzept einbinden: „Auch hier steht die Selbstständigkeit der Kinder im Vordergrund“, erklärt Schulleiter Berger.

Im regulären Schulbetrieb stellen alle 500 Schüler aller zwei Wochen im Schul-Mehrzweckraum vor, was sie geübt haben.

Berger: „Sie sollen das Selbstgelernte anwenden können.“

Das Chemnitzer Schulmodell wurde am 1. Oktober 1990 von zwölf Lehrern, darunter auch Jens Berger, gegründet. Es ging aus der Bürgerinitiative Pädagogik hervor.

Kinder von Klasse 1 bis 10 lernen in der Stollberger Straße 25. Mittlerweile ist die Gesamtschule zweizügig, hat 500 Schüler und 32 Lehrer.

Sie ist gut nachgefragt, aber: „Mit mehr Schülern würden wir zu einer Schulfabrik verkommen“, so Leiter Berger. Er möchte die eher familiäre Atmosphäre erhalten.

Fotos: Maik Börner


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