Nach Schuss auf Zirkus-Zebra Pumba: Pfleger spricht von "eiskaltem Mord"!

Liepen - Zwei Tage nach dem Tod des Zirkus-Zebras Pumba ist weiter unklar, wie es zu den tödlichen Schüssen kam.

Pumba liegt erschossen am Straßenrand.
Pumba liegt erschossen am Straßenrand.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Der Circus Barlay, dem das Zebra in der Nacht zu Mittwoch in Tessin entlaufen war, erklärte, es habe keinen Grund für die Schüsse gegeben.

Auch Zirkuschefin Adriane Ortmann war entsetzt. Die Polizei habe zugesichert, dass Pumba nur betäubt werde. "Er hat ganz brav hier gestanden", sagte sie. Sein Ausflug wäre dort zu Ende gewesen. Alle seien geschockt.

Der Dompteur Angelo Madel sprach sogar von einem "eiskalten Mord" (TAG24 berichtete).

Das Zebra war in der Nacht zu Mittwoch in Tessin nahe Rostock entlaufen und dann nach einer Odyssee über die A20, wo es einen Unfall verursachte, im kleinen Ort Liepen durch Schüsse eines Mitarbeiters der Tierrettung der Feuerwehr getötet worden.

Es sei mit der Polizei abgemacht gewesen, Pumba mit Betäubungsgewehren zu stoppen, sagt der Dompteur.

Doch dann habe ein Mann von der Tierrettung der Feuerwehr geschossen. Die Polizei ermittelt nun, wie es zu den tödlichen Schüssen kam.

Auch die Feuerwehr will in den kommenden Tagen den Vorfall aufklären. Der Schütze soll ein erfahrener Kollege sein.

Der Rostocker Stadtsprecher Ulrich Kunze hatte direkt nach den Schüssen erklärt, der Einsatz eines Betäubungsgewehrs sei nicht möglich gewesen, da eine Gefährdung anderer nicht ausgeschlossen werden konnte.

Polizei und Reporter waren stundenlang auf der Suche nach dem ausgerissenen Zirkus-Zebra.
Polizei und Reporter waren stundenlang auf der Suche nach dem ausgerissenen Zirkus-Zebra.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 13.45 Uhr: Stadt Rostock verteidigt Abschuss von Zebra

Zirkus-Dompteur Angelo Madel kniet neben dem toten Zebra.
Zirkus-Dompteur Angelo Madel kniet neben dem toten Zebra.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Zwei Tage nach dem Tod des entlaufenen Zirkus-Zebras hat die Stadt Rostock das Vorgehen der Feuerwehr verteidigt.

Stadtsprecher Ulrich Kunze sagte am Freitag, der Zirkus sei seiner Verantwortung nicht gerecht geworden. "Deshalb mussten wir zum Schutz der Allgemeinheit schnell handeln."

Das Tier sei 60 Meter von den Rettern entfernt gewesen, Betäubungsgewehre träfen aber nur auf 40 Meter.

Eine Anwohnerin hatte hingegen unmittelbar nach dem Vorfall in Liepen bei Tessin im Landkreis Rostock gesagt, dass die Feuerwehrleute bei der Abgabe der zwei tödlichen Schüsse etwa zehn Meter von dem Zebra entfernt gewesen seien.

Zirkusdompteur Angelo Madel hatte betont, es habe keinen Grund für die Schüsse gegeben. Es sei mit der Polizei abgemacht gewesen, das Zebra mit Betäubungsgewehren zu stoppen.

Zirkusdirektorin Adriane Ortmann kündigte am Freitag an, den Mitarbeiter der Feuerwehr auf Schadensersatz zu verklagen. "Wir haben bereits einen Anwalt kontaktiert."

Die Polizei Rostock erklärte, es seien keine strafrechtlichen Ermittlungen, insbesondere keine Todesfallermittlungen, aufgenommen worden, da es sich um ein Tier handele.

Die Beamten versuchten aber, die Umstände aufzuklären. Auch die Feuerwehr bemühe sich um Aufklärung, teilte eine Sprecherin der Hansestadt Rostock mit.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0