Nach Schuss auf Zirkus-Zebra: Jetzt ermittelt die Polizei im Fall "Pumba"

Liepen - Nach dem tragischen Tod des Zirkus-Zebras "Pumba" am Mittwoch auf der A20, hat nun die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern die Ermittlungen übernommen.

Das ausgerissene Zirkus-Zebra "Pumba" liegt erschossen am Straßenrand.
Das ausgerissene Zirkus-Zebra "Pumba" liegt erschossen am Straßenrand.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

So solle geklärt werden, wie das Zebra entkommen konnte und wie es zu dem Unfall auf der Autobahn 20 kam, sagte ein Sprecher.

Aber es werde auch ermittelt, wie es zu dem tödlichen Schuss kam. Das Zebra war in der Nacht zu Mittwoch zusammen mit einem Artgenossen bei der Ankunft des Circus Barlay in Tessin weggelaufen.

Laut Polizei konnte das eine Zebra schnell eingefangen werden. Pumba aber ließ sich weder mit Futter noch mit anderen Methoden dazu bewegen, zurückzukommen.

Er lief am Mittwochmorgen auf die A20 und verursachte dort einen Unfall. Beim Versuch, einen Zusammenstoß mit dem Zebra zu vermeiden, stießen zwei Autos aneinander. Verletzt wurde niemand. Die Autobahn wurde gesperrt.

Auf der weiteren Flucht stieg Pumba über die Motorhaube eines Wagens und beschädigte einen Streifenwagen.

Neben der Polizei wurde die Tierrettung der Rostocker Feuerwehr verständigt. Die Flucht Pumbas endete im kleinen Ort Liepen durch Schüsse eines Mitarbeiters der Tierrettung. Eine Anwohnerin zeigte Unverständnis: "Es ging doch gar keine Gefahr aus", sagte Petra Melchin. Ihrer Aussage nach hätte nur ein fünf Meter vom Tier entferntes Tor zu einem umzäunten Feld geöffnet werden müssen.

"Er wäre reingelaufen und gut wäre es gewesen". Es habe keinen Grund gegeben, das Tier zu töten.

Auch Zirkuschefin Adriane Ortmann war entsetzt. Die Polizei habe zugesichert, dass Pumba nur betäubt werde. "Er hat ganz brav hier gestanden", sagte sie dem Sender "Antenne Mecklenburg-Vorpommern". Sein Ausflug wäre dort zu Ende gewesen. Alle seien geschockt.

Zirkus-Mitarbeiter kündigten an, Anzeige gegen den Schützen zu erstatten. Für die Polizei ist der Fall damit noch nicht vorbei.

Ein beschädigtes Auto steht nach einem Auffahrunfall auf der Autobahn A20 bei Tessin.
Ein beschädigtes Auto steht nach einem Auffahrunfall auf der Autobahn A20 bei Tessin.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 14.30 Uhr: Zirkus-Dompteur spricht von "eiskaltem Mord"

Zirkus-Dompteur Angelo Madel spricht von einem "eiskalten Mord". Alle im Zirkus seien mit den Nerven fertig, sagt Madel der Deutschen Presse-Agentur und spricht von einer Anzeige gegen den Schützen.

Es habe keinen Grund für die tödlichen Schüsse gegeben.

Es sei mit der Polizei abgemacht gewesen, Pumba mit Betäubungsgewehren zu stoppen, sagt der Dompteur. Er habe mit den Beamten vorab über das Gewicht des Zebras und die genaue Menge des Betäubungsmittels gesprochen.

Doch dann habe ein Mann von der Tierrettung der Feuerwehr geschossen. "Warum?", fragt Madel: "Pumba war keine Gefahr für Mensch oder Tier."

Die Feuerwehr konnte am Donnerstag nicht viel zu dem Vorfall sagen. Das müsse in den kommenden Tagen geklärt werden, sagte ein Sprecher. Nach seinen Angaben handelte es sich bei dem Mann, der die Schüsse abgegeben hatte, um einen erfahrenen Kollegen.

Wie es nun weitergeht mit seiner Show weiß Madel nicht. Pumba war das Führungstier, das andere Zebra alleine könne die Show nicht absolvieren, sagt Madel.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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