Zoff um Ehrung für Carl Hahn: OB soll Gedenkstein entfernen

Streit um den früheren Auto Union-Chef Carl Hahn.
Streit um den früheren Auto Union-Chef Carl Hahn.

Chemnitz - Riesenärger um eine Ehrung. Der Chemnitzer Rotary-Club enthüllte eine Gedenkplatte für den einstigen Chef der Auto Union, Carl Hahn (1894-1961). Dagegen laufen die Linken Sturm - wegen Hahns Verstrickungen im Nationalsozialismus.

Die Auto Union (heute Audi) war bis zum Krieg der größte deutsche Autokonzern. Geschaffen von Carl Hahn in Chemnitz. Diesen „großen Sohn der Stadt“ ehrten die Rotarier mit einer Gedenkplatte am Roten Turm.

Die Linken sind entrüstet. Vorsitzender Nico Brünler (42): „Bei der Auto Union wurden 3700 KZ-Häftlinge und 16.500 Zwangsarbeiter eingesetzt. Allein 1944/45 starben 4500 Zwangsarbeiter.“

Nico Brünler fordert Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (55, SPD) auf: „Lassen Sie den Gedenkstein so schnell wie möglich wieder entfernen. Carl Hahn steht nicht nur für seine Verdienste, er war auch aktiv verwickelt in die Nazi-Verbrechen.“

Derweil geht die Stadt auf Distanz zu den Rotariern. Ein Sprecher: „Wir hatten gebeten, zuerst eine Debatte über die Bewertung von Carl Hahn zu führen. Deshalb nahm kein städtischer Vertreter an der Enthüllung teil.“ Die Stadt fordert jetzt, diese Bewertung nachzuholen.

Nico Brünler (Linke) fordert, dass die Ehrentafel für Carl Hahn wieder 
entfernt wird.
Nico Brünler (Linke) fordert, dass die Ehrentafel für Carl Hahn wieder entfernt wird.  © Klaus Jedlicka

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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