Kriegt Krokodil Max ein Denkmal?

Karl-Heinz Bläck (65) aus Weißwasser will bei einem Spendenaufruf unbedingt mitmachen: „Ich kenne Max aus Kindertagen. Wenn Knut in Berlin ein Denkmal hat, muss Max unbedingt eines bekommen.“
Karl-Heinz Bläck (65) aus Weißwasser will bei einem Spendenaufruf unbedingt mitmachen: „Ich kenne Max aus Kindertagen. Wenn Knut in Berlin ein Denkmal hat, muss Max unbedingt eines bekommen.“

Von Anneke Müller

Dresden - Der Tod von Zoo-Krokodil Max erschüttert seine Fans! Über 13.000 Leser nahmen Anteil bei MOPO24, viele posteten über Facebook ihre Trauerbekundungen. Gerade drei Tage ist Besucherliebling Max tot, doch schon jetzt fordern die ersten ein Denkmal für Max - einen Ort der Erinnerung an das Tier, das bislang am längsten (seit 1958) im Dresdner Zoo gelebt hatte.

„Wir nehmen wahr, dass sehr viele Menschen Anteil nehmen“, sagt Zoodirektor Karl-Heinz Ukena (44). Tatsächlich legen Besucher Blumen und Kinderzeichnungen ab, blicken auf Max’ leere Insel im Brandes-Haus.

Das Zoo-Team reagierte bereits und setzte sich gestern zusammen, um zu überlegen, wie man dem Max-Gedenken gerecht werden kann: „Dass wir etwas machen werden, wissen wir schon, wie und was aber noch nicht.“

Sicher ist nur eines:

Einen ausgestopften Max hinter einer Scheibe wird es nicht geben. Damit die Besucher schon bald einen Ort des Gedenkens vorfinden, wird in Kürze ein Plakat vom guten alten Max im Brandes-Haus aufgestellt werden. Die Fans von Max indes haben schon ganz gute Ideen …

Zirkusdirektor Mario Müller-Milano (66), Pate von Max: „Max war unser Maskottchen. Ein Denkmal an zentraler Stelle muss sein. Ich würde 500 Euro geben.“
Zirkusdirektor Mario Müller-Milano (66), Pate von Max: „Max war unser Maskottchen. Ein Denkmal an zentraler Stelle muss sein. Ich würde 500 Euro geben.“
Mira (6) mit ihrer Mutti Grit Perschneck (42) aus Dresden: „Ich will einen großen Max aus Holz zum Klettern haben, an der Stelle, wo er gewohnt hat.“ Spenden würde Mutti Grit in jedem Fall etwas.
Mira (6) mit ihrer Mutti Grit Perschneck (42) aus Dresden: „Ich will einen großen Max aus Holz zum Klettern haben, an der Stelle, wo er gewohnt hat.“ Spenden würde Mutti Grit in jedem Fall etwas.
Daniel (34) und Cornelia (33) Albrecht aus Dresden: „Das Denkmal sollte etwas mit einem Zweck sein. Beispielsweise ein Imbiss, etwas Kreatives. Für eine coole Idee würden wir auch spenden.“
Daniel (34) und Cornelia (33) Albrecht aus Dresden: „Das Denkmal sollte etwas mit einem Zweck sein. Beispielsweise ein Imbiss, etwas Kreatives. Für eine coole Idee würden wir auch spenden.“
Michael Jabs (37) und Jenny Müller (29) aus Freiberg: „Als Ort des Gedenkens wäre ein Denkmal für Max toll. Aber bloß keines in Überlebensgröße. Wir würden auch spenden dafür.“
Michael Jabs (37) und Jenny Müller (29) aus Freiberg: „Als Ort des Gedenkens wäre ein Denkmal für Max toll. Aber bloß keines in Überlebensgröße. Wir würden auch spenden dafür.“

Wie Mäxchen tatsächlich in den Zoo Dresden kam

Vilmos Müller-Milano, der Vater des Zirkusdirektors Mario Müller-Milano (66), hielt hier den kleinen Max 1958 nach seiner Ankunft in Dresden auf dem Arm.
Vilmos Müller-Milano, der Vater des Zirkusdirektors Mario Müller-Milano (66), hielt hier den kleinen Max 1958 nach seiner Ankunft in Dresden auf dem Arm.

Der Dresdner Zoo und der Zirkus Milano (1948-1972) wollten in den 1950er-Jahren gern Krokodile haben.

„Weil wir keine Devisen hatten, kam nur Tausch in Frage“, so Zirkusdirektor Mario Müller-Milano (66). Sein Vater Vilmos Müller-Milano (1913-95) gab deshalb via Dresdner Zoo Ponys aus seiner Zucht an die Tierhandlung Ruhe (bei Hannover).

Außer einer Riesenschlange gab es dafür auch ein paar Krokodilchen für Zoo und Zirkus. Der damals knapp zwei Jahre alte Max war eines der Tauschtiere.

Die Adlerplastik (1920) im Dresdner Zoo erfreut sich großer Beliebtheit. Der kleine Janosch (4) würde sicher auch auf einem Max gerne reiten.
Die Adlerplastik (1920) im Dresdner Zoo erfreut sich großer Beliebtheit. Der kleine Janosch (4) würde sicher auch auf einem Max gerne reiten.

Foto: André Schulze, Petra Hornig, Christian Suhrbier, privat


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