Risikoschwangere im Zoo Leipzig kurz vor Geburt

Tierpfleger Frank Meyer mit der trächtigen Nashorn-Kuh Saba.
Tierpfleger Frank Meyer mit der trächtigen Nashorn-Kuh Saba.

Leipzig - Der Zoo Leipzig wartet auf das nächste Highlight: Nashorn-Dame Saba (26) erwartet Nachwuchs. Ganz ohne Sorgen blicken die Zoo-Mitarbeiter nicht auf die bevorstehende Geburt.

15 Monate Tragezeit sind mittlerweile vorbei. Im Zoo rechnet man täglich mit der Spitzmaulnashorn-Geburt. Vor dem anstehenden freudigen Ereignis herrscht ein wenig Nervosität.

"Die Geburt ist jetzt erst mal das Allerwichtigste. Das ist, wenn man es mit einem Menschen vergleicht, eine Risikoschwangerschaft. Es handelt sich doch schon um eine ältere Kuh, 1991 geboren, vor 17 Jahren das letzte Jungtier bekommen", berichtet Tierpfleger Frank Meyer in der MDR-Sendung "Elefant, Tiger und Co".

Deshalb genießt die trächtige Saba derzeit Narrenfreiheit. "Sie kann hier machen was sie will - im Rahmen der Möglichkeiten. In die Küche darf sie nicht", scherzt Meyer.

Für ihn als Bezugsperson gestaltet sich der Umgang mit Nashorn-Dame Saba derzeit schwierig. Sie leidet unter Stimmungsschwankungen, droht Frank Meyer auch schon mal in typischer Nashorn-Manier.

Doch das ist nur ein Vorgeschmack auf die Zeit unmittelbar vor der Geburt. Denn dann werden Nashorn-Kühe unruhig und aggressiv, erkennen weder Freund noch Feind. Auch Bezugspersonen wie Frank Meyer müssen sich dann in Acht nehmen. "Das kommt aus dem Leben in der Wildbahn, dass zur Geburt alles vertrieben wird", klärt Meyer auf. Selbst der eigene Nachwuchs, der lange bei der Mutter bleibe, werde verjagt. Die Nashorn-Kuh will zur Geburt alleine sein.

Und so bleibt Frank Meyer nichts anderes zu tun, als zu versuchen, täglich das Euter zu kontrollieren - solange er sich seiner Saba noch nähern kann.


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