"Elefant, Tiger & Co.": Fürs Elefantenbaby wird's auch mit den Tanten gefährlich

Leipzig - Das waren keine besonders erfreulichen Bilder, die die Zuschauer der MDR-Sendung "Elefant, Tiger & Co." am Freitagabend zu sehen bekamen. Denn Hoa will einfach keine Bindung zu ihrem Jungtier aufbauen, reagiert teilweise sogar aggressiv und ruppig.

Der "Minifant" im Leipziger Zoo wird von seinen Tanten aufgezogen. Doch was treibt eigentlich Mutter Hoa?
Der "Minifant" im Leipziger Zoo wird von seinen Tanten aufgezogen. Doch was treibt eigentlich Mutter Hoa?  © Zoo Leipzig

"Das kann doch nicht wahr sein", sagt Tierpfleger Thomas Günther über das Verhalten der 33 Jahre alten Elefantenkuh im Zoo Leipzig. Mit einer Netzabsperrung sollten sich Mutter und Sohn weiterhin annähern. Doch Hoa war unruhig, scharrte mit den Füßen im Sand des Elefantentempels und attackierte so auch ihr sechs Wochen altes Baby. Günther: "Das war jetzt nicht freundlich."

Der Zoo beschreibt die Situation bei den Dickhäutern selbst als "turbulente Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen". Gleichzeitig erläutert Zoodirektor Jörg Junhold aber auch, dass der kleine Bulle stabil sei und dank Mutter- und Ersatzmilch aktuell fast 100 Kilogramm wiege.

Da Hoa aber nach wie vor überhaupt kein Interesse an ihrem Kalb hat, wird der Minifant nach den Säugezeiten immer wieder mit seinen Tanten Rani (8) und Don Chung (36) zusammengebracht. Das Verhalten der beiden Damen zu ihrem Neffen läuft deutlich ruhiger und entspannter. Die Kühe sollen ohnehin auf Sicht die Erziehung des noch immer namenlosen Jungtiers übernehmen.

Schlammbad für Elefantenbaby - Immer wieder kritische Momente auch mit den Tanten

Mehrere Stunden täglich wird der Nachwuchs mit seinen Tanten zusammengebracht - natürlich nur unter Aufsicht der Tierpfleger. "Das Interesse aneinander ist bei allen gegeben. Sie nehmen Kontakt auf und tasten sich im wahrsten Sinne des Wortes ab", sagt Seniorkurator Gerd Nötzold.

Doch das birgt auch Gefahren, denn teilweise versucht der Kleine, an Don Chungs und Ranis Zitzen zu kommen. Die beiden Kühe geben ihn dann deutlich zu verstehen, dass sie nicht als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. "Die Gruppe muss sich in dieser neuen Konstellation erst finden und die eigenen Regeln definieren. Das gegenwärtige Geschehen bildet normale Lernprozesse ab und zeigt uns, dass wir Geduld bewahren müssen", so Nötzold weiter.

Thomas Günther verpasste dem Kleinen am Freitag erst einmal ein wohltuendes aber unbekanntes Schlammbad, um den Hautwechsel zu unterstützen und das lästige Jucken zu unterbinden. Anschließend bewarf er das Rüsseltier mit Sand - die Aufgabe übernimmt eigentlich die Mutter.

Der Elefantentempel "Ganesha Mandir" bleibt wegen der Vergesellschaftung weiter geschlossen.

Die komplette "Elefant, Tiger & Co."-Folge von Freitag im Video:

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