Löwin Kigali frisst ihre Babys: PETA fordert Zucht-Stopp von Zoo Leipzig

Leipzig - "Unsere beiden Löwenjungtiere sind tot", musste der Zoo Leipzig traurig am Dienstagmittag mitteilen (TAG24 berichtete). Nachdem ein drittes Jungtier bereits leblos zur Welt gekommen war, hatte Mutter Kigali die beiden Überlebenden ihres ersten Wurfes bei lebendigem Leib und ohne erkennbaren Auslöser gefressen. Das ruft nun die Tierschutzorganisation PETA wieder auf den Plan, die erneut fordert, die Löwenzucht in der Messestadt einzustellen.

Kigali mit ihrem Nachwuchs. Drei Tage nach der Geburt hat die Löwen-Mutter ihre Jungtiere aufgefressen.
Kigali mit ihrem Nachwuchs. Drei Tage nach der Geburt hat die Löwen-Mutter ihre Jungtiere aufgefressen.  © Zoo Leipzig

Nach 15 langen Jahren des Wartens wurden die Tierpfleger am Freitagabend über die eigens installierte Überwachungskamera Zeugen der ersten Löwengeburt. Zwar kam eines von Kigalis Jungtieren tot zur Welt, zwei kleine Raubkatzen überlebten aber (TAG24 berichtete).

Es dauerte geschlagene 30 Stunden, bis die Kleinen endlich den Weg an die Zitzen ihrer Mutter fanden. Fürsorglich kümmerte sie sich um ihren Nachwuchs und leckte ihn trocken. "Kigali macht das großartig", freute sich Tierpfleger Jörg Gräser. Und Seniorkurator Gerd Nötzold bekräftigte, dass die Mama "trotz ihrer Unerfahrenheit bisher alles richtig gemacht" habe.

24 Stunden nach der freudigen Nachricht dann der Schock: Die beiden Babys sind tot, von der eigenen Mutter bei lebendigem Leibe vollständig aufgefressen. Obwohl es dem Trio augenscheinlich gut ging, fraß Kigali die beiden Jungtiere während der Fellpflege. Der Auslöser ist völlig unklar. In den kommenden Tagen soll sie zurück zu Kater Majo kommen.

PETA fordert Zucht-Stopp und Aufnahme von Großkatzen aus Zirkusbetrieben

PETA-Fachreferent Peter Höffken: "Wir fordern den Zoo Leipzig erneut auf, die Zucht zu stoppen und seine Tore stattdessen für notleidende Tiere aus dem Zirkus zu öffnen."
PETA-Fachreferent Peter Höffken: "Wir fordern den Zoo Leipzig erneut auf, die Zucht zu stoppen und seine Tore stattdessen für notleidende Tiere aus dem Zirkus zu öffnen."  © peta

Aus aktuellem Anlass fordert die Tierschutzorganisation PETA den Zoo Leipzig nun erneut auf, die Zucht der Löwen einzustellen.

"In der Natur bleiben weibliche Löwen in der Regel ihr Leben lang in ihrem Rudel. Die Herausnahme einzelner Tiere aus sozialen Strukturen sowie unnatürliche und viel zu kleine Gehege verursachen häufig schwere Verhaltensstörungen bei Großkatzen in Gefangenschaft, die sich in Stereotypien oder aggressivem Verhalten äußern können", sagt PETA über die 2016 aus Frankreich nach Leipzig gekommene Kigali.

Doch auch die Tierschützer wissen nicht, was den Auslöser für ihren Kannibalismus gegeben hat. Waren die Jungtiere krank und hat die Mutter dies gerochen? War sie mit der neuen, ungewohnten Situation überfordert? Fragen, die nicht beantwortet werden können.

PETA fordert den Zoo dennoch auf, die Löwenzucht einzustellen und künftig nur noch notleidende Großkatzen aus Zirkusbetrieben bei sich aufzunehmen. Dies würde dem Zoo Sympathien und gesteigertes Besucherinteresse einbringen, vermutet die Organisation.

Problem bislang: Die Veterinärbehörden vermeiden laut PETA Beschlagnahmungen von Raubkatzen aus Wanderzirkussen, da keine geeigneten Auffangstationen - wie zum Beispiel ein Zoo - zur Verfügung stehen würden. Schon 2015 forderte die Tierrechtsorganisation die Leipziger Zooleitung zum Zuchtstopp auf. Damals musste Angola-Löwin Luena aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert werden.

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