Zu nackt! Facebook löscht Foto einer 30.000 Jahre alten Figur

Facebook löschte die Venus von Willendorf (hier eine Kopie) von seiner Plattform.
Facebook löschte die Venus von Willendorf (hier eine Kopie) von seiner Plattform.  © Dieter Rossen/dpa, 123rf

Wien - Facebook hat etwas gegen Nacktheit. Deshalb setzt der Social-Media-Gigant den Rotstift an, wenn Abbildungen von Nacktheit gepostet werden. Immer öfter fallen diesem Procedere selbst Kunstprodukte zum Opfer.

So wurde auch das Bild einer 30.000 Jahre alten Kunstfigur zensiert. Dabei handelte es sich laut "The Art Newspaper" um die Venus von Willendorf. Sie sei von Facebook als pornografisch eingestuft und daraufhin von der Plattform gelöscht worden.

Die frühsteinzeitliche Statue stellt eine nackte, üppige Frau darstellt und wurde 1908 in Österreich entdeckt. Heute ist das Objekt im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen, woher auch das von Facebook gelöschte Foto stammen soll.

Gepostet habe es Laura Ghianda, eine selbsternannte "Artivistin", bereits im Dezember vergangenen Jahres und damit bis zur Löschung mehr als 7000 Shares sammeln können. Die Zensur sorgte nicht nur bei ihr, sondern auch beim Naturhistorischen Museum für Unverständnis.

Während Ghianda von einem "Krieg gegen die menschliche Kultur" spricht, macht nun auch der Museumschef Christian Koeberl seinem Ärger über die Zensur Luft. Besucher hätten sich nie über die Nacktheit der Figur beschwert, die als wissenschaftliches Ausstellungsstück gilt. "Es gibt keinen Grund, die Venus von Willendorf abzudecken und ihre Nacktheit zu verstecken, weder im Museum noch in den sozialen Medien", sagt er.

Obwohl Facebook Abbildungen von Nacktheit in Kunst wie Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen laut seiner Regularien eigentlich zulässt, ist immer häufiger das Gegenteil der Fall. So sorgte Anfang Februar bereits der Fall des französischen Lehrers Frédéric Durand-Baïssas für Aufsehen. Er hatte ein Foto von Gustave Courbets "L'Origine du monde" geteilt.

Das Ölgemälde zeigt den nackten Unterleib einer Frau. Facebook sperrte in der Folge den kompletten Account des Lehrers. Dieser zog vor Gericht und forderte 20.000 Schadenersatz. Das Urteil wird für den 15. März erwartet.


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