Zu viele Badetote: Wasserwacht fordert bessere Kontrollen an Badeseen

Boxberg - Nach nahezu einer Verdopplung der Badetoten in Sachsen fordert die DRK Wasserwacht jetzt mehr Investitionen in den Gewässerschutz. Jeder Cent rettet Leben.

Von den 35 EU-Badegewässern in Sachsen ist nicht einmal jedes zweite adäquat bewacht, meint DRK-Landesreferent Joachim Weiß (43) und fordert bessere Wasserrettungsstrukturen.
Von den 35 EU-Badegewässern in Sachsen ist nicht einmal jedes zweite adäquat bewacht, meint DRK-Landesreferent Joachim Weiß (43) und fordert bessere Wasserrettungsstrukturen.  © Steffen Füssel

"Im vergangenen Jahr haben wir 23 Badetote in Sachsen gezählt - knapp 50 Prozent mehr als zuletzt 2015 mit 12 Badetoten", sagte Joachim Weiß (43), Referent Wasserwacht beim DRK Sachsen.

"Angesichts dieser Zahlen fordern wir den Ausbau der Wasserrettungsstrukturen im Freistaat." Wegen der warmen, trockenen Sommer zieht es immer mehr Sachsen immer öfter zu den Badestellen.

Würde man den Maßstab eines Hallenbades anlegen, bräuchte Sachsen hochgerechnet 50.000 Wasserretter. Das DRK hat zur Zeit 3500 Rettungsschwimmer im Einsatz.

An den drei Badestränden in Boxberg, Uhyst und Klitten am Bärwalder See beobachtet zum Beispiel kein einziger Rettungsschwimmer regelmäßig das Wasser.

"Hier kann man nicht so gefahrlos baden gehen wie beispielsweise am gut abgesicherten Ostseestrand in Binz", sagt Weiß. Dort klären Wachverträge (finanziert durch Kurabgaben und Parkgebühren) die Wasserrettung.

"Zu viel Alkohol, Kreislaufprobleme, Kräfte überschätzt": Ein Badegast muss aus dem Bärwalder See gerettet werden.
"Zu viel Alkohol, Kreislaufprobleme, Kräfte überschätzt": Ein Badegast muss aus dem Bärwalder See gerettet werden.  © Steffen Füssel

Weiß: "Ehrenamtliche erhalten dort zudem zwischen 20 und 40 Euro Aufwandsentschädigung am Tag." Die DRK-Rettungswache am Bärwalder See ist dagegen nur dann besetzt, wenn sich Freiwillige für einen ehrenamtlichen Einsatz finden lassen.

"Vielen ist ein realer Rettungsschwimmer am Badestrand wichtiger als eine WLAN-Verbindung oder eine neue perfekt in Szene gesetzte Uferpromenade", sagt Weiß.

Für Investitionen solcher Art hätte man sich zum Beispiel am Bärwalder See zwei bis drei Jahre lang eine funktionierende Wasserrettung leisten können.

Zum Tag der offenen Tür wurde gestern auch das DRK-Rettungsboot "Micha" auf dem Bärwalder See vorgeführt - dem mit 13 Quadratkilometern größten Badesee Sachsens.
Zum Tag der offenen Tür wurde gestern auch das DRK-Rettungsboot "Micha" auf dem Bärwalder See vorgeführt - dem mit 13 Quadratkilometern größten Badesee Sachsens.  © Steffen Füssel

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