Natur-Schauspiel: Millionen Zugvögel landen im Wattenmeer

Wilhelmshaven - Ein unglaubliches Naturereignis spielt sich gerade im Wattenmeer ab. Der Küstenbereich wird wieder zur Drehscheibe des internationalen Flugverkehrs der Zugvögel.

Aus Osteuropa kommende Nonnengänse landen im niedersächsischen Wattenmeer (Archivbild).
Aus Osteuropa kommende Nonnengänse landen im niedersächsischen Wattenmeer (Archivbild).  © dpa/Ingo Wagner

Mehr als zwei Millionen Vögel legen dort in diesen Wochen Verschnaufpausen ein, um ihre Energiereserven aufzufüllen.

Viele der Zugvögel kommen von Brutgebieten in den Tundren der Arktis, die hoch im Norden Europas Asiens oder auch Amerikas liegen.

Auf dem Weg in die Winterquartiere nutzen sie den Nahrungsreichtum des Wattenmeeres als Futter-Tankstelle.

Zu den regelmäßigen Besuchern im niedersächsischen Wattenmeer zählen Ringelgänse, Sandregenpfeifer, Steinschmätzer, Knutt und zahlreiche andere Arten.

Afro-sibirische Pfuhlschnepfen etwa fliegen bis zu 20.000 Kilometer im Jahr und legen damit im Laufe ihres Lebens eine Strecke zurück, die der Entfernung von der Erde bis zum Mond (rund 384.000 Kilometer) entspricht.

Viele nordische Gänse bleiben jedoch im Wattenmeer - sie verbringen die kalten Monate an der Nordseeküste. Das sorgt vor allem in Ostfriesland immer wieder für Ärger bei Landwirten, die sich über Fraßschäden und Gänsekot auf den Kuhweiden beschweren.

Naturschützer verweisen dagegen auf Ausgleichszahlungen, die Landwirte bei Ertragseinbußen beantragen können.

Das Wattenmeer in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg ist als Nationalpark ausgewiesen und streng geschützt. Außerdem ist es Unesco-Weltnaturerbe.

Titelfoto: dpa/Ingo Wagner

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