"Zukunftspakt" mit Siemens: Merkel macht in Görlitz Dampf

Görlitz/Dresden - Nichts weniger als ein Startschuss für die Entwicklung der Lausitz nach der Kohle soll es sein: Am zuletzt gebeutelten Siemens-Turbinenwerk in Görlitz entsteht ein Innovationscampus, um Hightech-Firmen anzulocken. Inklusive eines Labors für Wasserstoffforschung. Investiert werden 30 Millionen Euro - auch Kanzlerin Angela Merkel (64, CDU) kam zur Verkündung (TAG24 berichtete).

Angela Merkel sprach in Görlitz auch mit Werks-Mitarbeitern, ließ sich die Turbinen zeigen.
Angela Merkel sprach in Görlitz auch mit Werks-Mitarbeitern, ließ sich die Turbinen zeigen.  © Ronald Bonss

Sechs Wochen vor der Landtagswahl ist der Promi-Auflauf sicher kein Zufall - Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU), der in Görlitz kandidiert, kann gute Nachrichten gebrauchen. Unterstützt von Merkel, die zwar offiziell keinen Wahlkampf macht, aber den "Zukunftspakt" für Görlitz unterstützt.

Siemens, der Freistaat und die Fraunhofer-Gesellschaft wollen einen Innovationscampus auf dem Werksgelände schaffen. Siemens-Boss Joe Kaeser (62): "Jeder, der eine gute Idee hat, ist willkommen."

Es sei die Pflicht von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, den Wandel nach der Kohle aktiv zu gestalten. "Fast genau vor einem Jahr habe ich hier vor Ort gesagt, wir werden eine Perspektive finden. Genau das haben wir gemacht", so Kaeser zu den Mitarbeitern.

Eigentlich sollte das Werk (800 Mitarbeiter) dichtgemacht werden, Proteste danach waren erfolgreich. Nun ist das Werk bereits Hauptsitz für industrielle Dampfturbinen.

Siemens, der Freistaat und die Fraunhofer-Gesellschaft wollen einen Innovationscampus auf dem Werksgelände schaffen.
Siemens, der Freistaat und die Fraunhofer-Gesellschaft wollen einen Innovationscampus auf dem Werksgelände schaffen.  © Ronald Bonss

Als Erstes baut Fraunhofer ein Labor für Wasserstoffforschung auf. Insgesamt sollen in den kommenden fünf Jahren 30 Millionen Euro dafür bereitstehen, 100 neue hochqualifizierte Jobs entstehen.

Ziel: Görlitz soll zum Kompetenzzentrum für Wasserstofftechnologien werden. Kretschmer: "Das ist ein Erfolg vieler. Es zeigt, wer sich Bündnispartner sucht, hat auch Erfolge." Es gehe um eine neue Wirtschaftsstruktur.

Merkel, ganz entspannt, sprach mit Mitarbeitern, ließ sich die Turbinen zeigen und lobte die Pläne: "Der Bund wird versuchen, dass zu unterstützen."

Kaeser konnte sich einen Seitenhieb auf die AfD nicht verkneifen: "Das ist auch ein Signal an die, die Ängste und Sorgen der Menschen für ihre Zwecke nutzen wollen. Wir schaffen nämlich wirklich Alternativen."

Angela Merkel und Michael Kretschmer im Siemens-Turbinenwerk in Görlitz.
Angela Merkel und Michael Kretschmer im Siemens-Turbinenwerk in Görlitz.  © Ronald Bonss

Titelfoto: Ronald Bonss

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