Flugzeug rast auf andere Maschine zu! Katastrophe in Hamburg verhindert

Hamburg - Im letzten Moment haben Fluglotsen anscheinend eine Katastrophe am Hamburger Flughafen verhindert. Zwei Flugzeuge drohten zusammenzustoßen.

Ein Easyjet-Flugzeug steht auf dem Flugfeld am Hamburger Flughafen.
Ein Easyjet-Flugzeug steht auf dem Flugfeld am Hamburger Flughafen.  © dpa/Maja Hitij

Der gefährliche Zwischenfall soll bereits am Mittwoch vergangener Woche geschehen sein, wurde aber jetzt erst durch den Schweizer Blick bekannt.

Demnach soll eine A320-Maschine der Fluggesellschaft Easyjet gegen kurz nach 21 Uhr - angeblich ohne Erlaubnis - einen Startversuch unternommen haben.

Dabei befand sich zu diesem Zeitpunkt ein gerade erst gelandeter Airbus A321 von Turkish Airlines auf dem Rollfeld.

Der Easyjet-Flieger beschleunigte dennoch - bis zu 280 Kilometer pro Stunde beträgt die reguläre Startgeschwindigkeit - und raste auf das andere Flugzeug zu.

Glücklicherweise reagierte die Flugsicherung im Tower sofort und gab die rechtzeitige Anweisung zum Startabbruch.

Der A320 von Easyjet musste eine Notbremsung hinlegen, die Passagiere wurden dabei ordentlich durchgerüttelt.

Etwa 1300 Meter vor dem anderen stehenden Flugzeug kam der Airbus dann zum Halten. Ein Zusammenstoß mit katastrophalen Folgen wurde anscheinend knapp verhindert.

Easyjet bestätigt Zwischenfall am Flughafen Hamburg

Blick auf eine Start- und Landebahn des Hamburger Flughafens.
Blick auf eine Start- und Landebahn des Hamburger Flughafens.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Nach dem Zwischenfall musste der Easyjet-Flieger wenige Minuten in Warteposition und konnte dann seinen Flug nach Basel starten, wo er ohne weitere Probleme wenig später landete.

Nach Angaben der Fachseite The Aviation Herald äußerte sich Easyjet mittlerweile zu dem Zwischenfall.

"Easyjet kann bestätigen, dass der Pilot des Fluges EZS1028 von Hamburg nach Basel-Mülhausen den Start nach Anweisungen der Flugsicherung abgebrochen hat. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein anderes Flugzeug die Startbahn nicht verlassen konnte", heißt es in der Stellungnahme.

Der EasyJet-Flug sei aber "ursprünglich zum Abflug freigegeben worden".

Zu keinem Zeitpunkt sei die Sicherheit der Passagiere oder der Besatzung beeinträchtigt gewesen, betont Easyjet. Das erscheint allerdings fraglich angesichts der Situation auf dem Rollfeld.

Der für die Sicherheit im Luftraum zuständigen Deutschen Flugsicherung (DFS) liegen derzeit keine genauen Informationen über den Zwischenfall vor. Die Angelegenheit werde aber intern untersucht, sagte eine Sprecherin zu TAG24.

Update, 25. April: Aufarbeitung dauert mehrere Wochen

Die Deutsche Flugsicherung untersucht den Vorfall weiter. Von einem Beinahe-Zusammenstoß könne man nicht sprechen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS). "Der Lotse hat einen guten Job gemacht und den Start-Abbruch unmittelbar angewiesen."

Details konnte die Sprecherin noch nicht nennen: "Wir untersuchen den Vorfall." Dazu würden unter anderem Radardaten und Funksprüche ausgewertet, um die Verhältnisse auf den Pisten und die Anweisungen zu überprüfen.

Die Aufarbeitung werde voraussichtlich mehrere Wochen dauern.

Titelfoto: dpa/Maja Hitij

Mehr zum Thema Hamburg Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0