Das sagt Kurt Biedenkopf zur Flüchtlingskrise

Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (85, CDU).
Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (85, CDU).

Von Torsten Hilscher

Dresden/Berlin - Er ist eine Instanz im Politbetrieb: Kurt Biedenkopf (85, CDU). Sachsens Alt-MP mischt sich nun auch in die Asyldebatte ein.

Die massive Zuwanderung von Asylbewerbern sei seit Jahren vorauszusehen gewesen, sagte er im MOPO-Gespräch. Die EU habe allerdings sehr wenig Aufmerksamkeit auf das Mittelmeer, Afrika und den Mittleren Ost gelegt.

„Diese Nachlässigkeit hat dazu geführt, dass wir viel zu spät erkannt haben, welche Wirkungen nicht nur die Vermehrung der Bevölkerung in diesen Ländern haben wird, sondern auch Handy und TV zur Flucht motivieren", sagte Biedenkopf mit Blick auf die armen Bevölkerungsschichten in den Flüchtlingsländern.

Durch diese neuen technischen Möglichkeiten sei ein Bild von Europa und insbesondere Deutschland entstanden, welches paradiesische Zustände suggeriere.

Es könne aber keine Rede davon sein, dass Europa, Deutschland oder Sachsen von den Flüchtlingen „überrollt“ würden. „Es ist doch überhaupt kein Problem, eine halbe Million Menschen unterzubringen. Oder zwei. Wir haben nach dem Zweiten Weltkrieg 13 Millionen aus dem Osten untergebracht.“

Die Probleme, so in Sachsen, wären keine Mentalitätsfrage. Kaum 25 Jahre nach der Wende seien die Menschen schlichtweg unvorbereitet auf nunmehr erneut neue Verhältnisse.

Foto: Petra Hornig


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