Nein zu Zwangsheirat: Heuerte Bruder Auftragskiller an?

Nürnberg – Weil sie nicht in eine Zwangsheirat einwilligte, soll der Bruder einer 16-Jährigen einen Auftragsmörder beauftragt haben, um sie töten zu lassen.

Die junge Frau wurde wohl von Vater und Bruder geschlagen, um ihren Willen zu brechen. (Symbolbild)
Die junge Frau wurde wohl von Vater und Bruder geschlagen, um ihren Willen zu brechen. (Symbolbild)  © 123rf/Peerayot To-im

Dafür muss sich der 24-jährige Bruder seit Donnerstag vor der Jugendkammer des Nürnberger Landgerichts verantworten.

Laut Anklageschrift war die Jugendliche auf Wunsch ihrer Eltern mit einem Cousin verlobt worden, die Hochzeit war für den Sommer 2019 geplant.

Doch weil die junge Frau ihn nicht heiraten wollte, schlugen sie der Vater und ihr älterer Bruder immer wieder, um ihren Willen zu brechen. Schließlich habe der angeklagte Iraker beschlossen, dass seine Schwester sterben müsse, so die Anklage.

Am Vorplatz des Nürnberger Hauptbahnhofs habe er einen ihm unbekannten Mann gefragt, was er für einen Auftragsmord verlangen würde.

Der Mann habe 50.000 Euro gesagt, der Angeklagte lediglich 1000 Euro geboten. Zum Schein habe man sich auf 1500 Euro geeinigt für den Mord an der Schwester der Angeklagten.

Auftragsmörder ruft die Polizei

Das Urteil könnte noch im Januar gefällt werden. (Symbolbild)
Das Urteil könnte noch im Januar gefällt werden. (Symbolbild)  © 123Rf/olegdudko

Doch anstatt das Mädchen wie vereinbart mit sechs oder sieben Messerstichen zu töten, habe sich der vermeintliche Auftragsmörder an die Polizei gewandt.

Dem Vater der Frau wird in einem zweiten Prozess Körperverletzung und versuchte Zwangsheirat vorgeworfen, der Mutter Beihilfe hierzu.

Vater und Sohn sitzen seit Juni 2019 in Untersuchungshaft.

Das Opfer sagte in beiden Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Die junge Frau war nach Morddrohungen im Juni 2019 aus ihrer Familie geflohen und lebt seitdem an einem geheimen Ort.

Eine 14-jährige Freundin des Opfers bestätigte als Zeugin die Schläge und Todesdrohungen. Am Montag soll der vermeintliche Auftragsmörder aussagen. Ein Urteil könnte am 23. Januar gesprochen werden.

Titelfoto: 123rf/Peerayot To-im

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