Richter zweifelt: Hatte der Dom-Randalierer gar kein Messer?

Berlin - Auch nach drei Tage gibt der Vorfall im Berliner Dom Rätsel auf: Während die Berliner Morgenpost von HIV und Hepatitis C beim 53-jährigen Österreicher berichtet, kommen derweil dem Richter erhebliche Zweifel an den Geschehnissen.

Beamte sichern den Dom ab. (Bildmontage)
Beamte sichern den Dom ab. (Bildmontage)  © Paul Zinken/dpa (Bildmontage)

Es ist unklar, ob der Mann überhaupt ein Messer in der Hand hatte und damit die Beamten angegriffen hatte.

So soll die B.Z. aus Justizkreisen erfahren haben, dass der Ermittlungsrichter an den Aussagen der beiden beteiligten Polizisten im Berliner Dom zweifelt. Zudem ist die Messer-Frage ungeklärt, denn der Richter wurde über einen möglichen Fund einer Stichwaffe am Tatort nicht unterrichtet.

Aufgrund dieser erheblichen Zweifel lehnte der Richter am Dienstag einen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung ab (TAG24 berichtete).

Der 53-Jährige war am Sonntag von der Polizei angeschossen und schwer verletzt worden. Er hatte zuvor im Dom herumgeschrien und mit einem Messer in der Hand randaliert. Zwei Polizisten versuchten, ihn zu beruhigen und forderten ihn auf, das Messer fallenzulassen. Einer der Polizisten schoss schließlich auf den 53-Jährigen und verletzte dabei auch seinen Kollegen.

Der Österreicher liegt nach wie vor im künstlichen Koma. Der angeschossene Polizeibeamte konnte bereits am Sonntag die Klinik wieder verlassen.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa (Bildmontage)


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