Amok-Fahrer profitiert von Bombendrohung am Gericht

Gnadenfrist für Johnny H. (19). Der mutmaßliche Amokfahrer durfte vorerst wieder nach Hause gehen.
Gnadenfrist für Johnny H. (19). Der mutmaßliche Amokfahrer durfte vorerst wieder nach Hause gehen.  © Theo Stiegler

Von Doreen Grasselt und Theo Stiegler

Zwickau - Riesenaufregung am Amts- und Landgericht! Wegen einer Bombendrohung mussten beide Gebäude am Donnerstagvormittag evakuiert werden. Die Polizei suchte mit Spürhunden nach Sprengstoff.

Einen wird das wohl weniger gestört haben: Johnny H. (19) sollte sich eigentlich wegen einer mutmaßlichen Amokfahrt vorm Amtsrichter verantworten, durfte aber wieder nach Hause gehen.

Mitte Juli vergangenen Jahres hat sich der junge Mann laut Anklage betrunken und ohne Führerschein in seinem Hyundai mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd geliefert.

Der Bruchpilot soll von der Katharinen- über die Lengenfelder bis zur Kopernikusstraße gerast sein, dabei im Gegenverkehr überholt und eine Ampelanlage zerdeppert haben.

Die Polizei hatte beide Gerichtsgebäude und die umliegenden Straßen weiträumig abgesperrt.
Die Polizei hatte beide Gerichtsgebäude und die umliegenden Straßen weiträumig abgesperrt.  © Peter Zschage

Schaden: 23.000 Euro. Nun droht Johnny H. eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren.

Doch Staatsanwältin Antje Dietsch konnte gestern die Anklage nicht zu Ende verlesen.

Gegen 9.30 Uhr mussten alle Beteiligten wegen der Bombendrohung das Gebäude verlassen. Polizeisprecher Oliver Wurdak:

"Im Lagezentrum ging ein Notruf ein, bei dem eine weibliche Stimme sagte, dass in beiden Zwickauer Gerichten Bomben explodieren würden."

Die Sprengstoffhunde fanden zum Glück nichts. Gegen 13 Uhr gab’s Entwarnung.

Doch da war Johnny H. bereits nach Hause gegangen. Nun muss der Prozess von vorn aufgerollt werden.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0